Leichlingen: Sammeltaxen nach Nesselrath werden wenig genutzt

Leichlingen : Sammeltaxen nach Nesselrath werden wenig genutzt

Wegen der gesperrten Wupperbrücke, fahren jetzt statt Bussen Taxen. Die bringen den Betrieben aber nicht die fehlenden Kunden.

In Nesselrath ist die Stimmung zurzeit schlecht. "Durch die Sperrung der Wupperbrücke brechen uns die Einnahmen weg", schildert Heike Zimmer die Lage im ansässigen Gartenbaubetrieb. "Den Umweg von sechs Kilometer wollen die meisten Kunden nicht in Kauf nehmen." Und eine Belieferung auf gut Glück komme nicht in Frage. "Die Kunden wollen ja erst sehen, was ihnen gefällt." Ausnahmen bildeten größere Bestellungen, die üblicherweise ausgeliefert werden.

Die Sammeltaxen, die auf Anforderung seit rund zwei Wochen drei Mal am Tag von Nesselrath bis zum Leichlinger Bahnhof und zurück fahren, seien keine Alternative. "Die werden nur von Anwohnern genutzt, aber nicht von Kunden", berichtet Zimmer. Lediglich bei gutem Wetter gebe es etwas mehr Zulauf durch Fußgänger, die über die Wupperbrücke kämen. "Die können dann aber nur ein, zwei Pflanzen mitnehmen."

Das Busunternehmen Wiedenhoff bestätigt, dass nur wenige den Sammeltaxi-Service nutzen. Etwa zwei Leute seien es pro Tag. "Möglicherweise hat sich das Angebot noch nicht herumgesprochen", vermuten Mitarbeiter. Die Taxen verkehren drei Mal täglich: ab Nesselrath Richtung Leichlingen-Busbahnhof um 9.34, 11.34 und 14.34 Uhr, in der Gegenrichtung ab Leichlingen-Busbahnhof um 12.20, 14.20 und 17.20 Uhr. Passagiere müssen sich mindestens eine Stunde vorher unter 02174/3334 anmelden.

Bei der Gärtnerei Zimmer blickt man daher sehnsüchtig auf den 18. August. An dem Freitag in einer Woche soll das Bauwerk zwischen Leichlingen und Solingen zum Teil wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Rheinisch-Bergische Kreis hat angekündigt, dass eine etwa 2,20 Meter breite Fahrspur abwechselnd aus beiden Richtungen genutzt werden könne. Eine Ampelanlage soll den Verkehr regeln. Größere Fahrzeuge müssen allerdings weiterhin die Umleitung nehmen.

"Dann hält hoffentlich wieder der ein oder andere Autofahrer, der auf dem Heimweg hier vorbeikommt, um ein paar Pflanzen zu kaufen", sagt Heike Zimmer. Der Betrieb habe schon überlegt, eine zusätzliche Verkaufsstelle einzurichten, die besser erreichbar sei. "Aber das ist für uns dann doch nicht machbar."

Die 1958 gebaute Brücke war Mitte Juni für den Verkehr gesperrt worden, weil Fachleute eine sogenannte Spannungsrisskorrosion an der Spannbetonkonstruktion festgestellt hatten. Fußgänger dürfen seit Anfang Juli immerhin wieder drüber gehen. Der Bau einer Behelfsbrücke hat bereits begonnen. Sie soll im Frühjahr 2018 fertig sein und auch schwere Lkw tragen. Zwei Jahre später soll dann der Ersatzbau für die marode Brücke stehen.

(sug)