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S-Bahn-Linie S1 soll in Leichlingen halten

Erleichterung für Pendler : Steffes: „S 1 darf in Leichlingen nicht durchfahren“

Eine Verlängerung der Linie S1 ist mit entsprechendem Infrastrukturausbau möglich

In Leichlingen in die S 1 einsteigen und dann ohne Umsteigen bis nach Düsseldorf fahren? Die Idee gärt schon länger. Seit vielen Jahren wünschen sich die Bürger in Leichlingen eine direkte Bahnverbindung in die Landeshauptstadt und fordern, die bestehende S-Bahn-Linie zu verlängern.

Diese führt derzeit von Dortmund über Düsseldorf nach Solingen. Wer nach Düsseldorf fahren möchte — und das betrifft täglich viele Pendler — muss in Leverkusen oder Solingen umsteigen.

Nicht immer klappt das reibungslos. Schon gar nicht, wenn die Umsteigezeit nur wenige Minuten beträgt und die Züge sich verspäten. Das rief die Politik auf den Plan. Fraktionsübergreifend sahen die Politiker Handlungsbedarf und verständigten sich bereits Ende 2018 darauf, eine mögliche Verlängerung und den damit verbundenen Ausbau der Schienenstrecke zu prüfen.

Nun kommt offenbar etwas Bewegung in die Sache: Der Nahverkehr Rheinland (NVR) und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) haben gemeinsam ein Gutachterbüro mit einer Fahrplanstudie und einem Fahrplankonzept zur Strecke der S1 samt Verlängerung beauftragt. Geprüft werden sollte, ob die Bahn auch über Leichlingen bis nach Opladen führen kann. Bei dieser Vorprüfung werden überdies verschiedene Betriebskonzepte untersucht. Also Fragen wie: In welchen Takten kann gefahren werden, welche Linien können die Verbindung fahren und welche Haltestellen können berücksichtigt werden?

Der NVR bestätigt, dass auch er eine Untersuchung der Strecke für sinnvoll hält. „Es müssen in den nächsten Wochen die ersten Ergebnisse aus der Voruntersuchung mit den betroffenen Städten und Kreisen besprochen werden“, erläuterte ein Sprecher das weitere Vorgehen.

Bei der Kreis-SPD nimmt man die Entwicklung erfreut zur Kenntnis. Schon heute zeichne sich ab, „dass eine Weiterführung mit entsprechendem Infrastrukturausbau möglich ist und dann über Opladen hinaus entlang der Güterzugstrecke mit Bedienung weiterer Kölner Siedlungsbereiche bis nach Köln vorstellbar ist. Diese Linie würde in Köln den Takt der künftigen S 17 nach Bonn treffen.“

Gerhard Zorn, Vorsitzender der Kreistagsfraktion und Mitglied in den Gremien von VRS und NVR fordert nun umgehend, dass „hierfür jetzt die notwendigen Mittel für den Infrastrukturausbau beim Bund beantragt werden. Die Verlängerung der S 1 bedeutet für Leichlingen und Burscheid eine deutliche Verbesserung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs.“ Auch für Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes ist klar: „Die S 1 darf in Leichlingen nicht durchfahren.“

Erste Signale von Seiten des NVR seien positiv. Sollte einer Verlängerung der S 1 zugestimmt werden, könnte eine Haltestelle Leichlingen Realität werden. Noch allerdings ist der Ausbau Wunschdenken. „Wir stehen am Anfang der Planung. Für den Infrastrukturausbau und später für den Betrieb müssen Mittel bereitgestellt werden“, stellte Zorn klar. Zunächst müsse der Beschluss zur Verlängerung gefasst werden.

Auf diesen Grundlagen werde jetzt eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben und in Auftrag gegeben, bestätigte ein Sprecher des NVR. „Ergebnisse liegen frühestens Ende 2020 vor.“