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Rückkehr zur Schule in Leichlingen nach Corona-Pause

Rückkehr zur Schule in Leichlingen : Mit Maske durch die Schulflure

Seit Donnerstag steht es den Abiturienten in Leichlingen frei, zum Unterricht zu gehen. Die Sicherheit von Schülern und Lehrern steht an erster Stelle. Einige nutzten die Chance, mit dem Lehrer den Stoff persönlich zu besprechen.

Die Atmosphäre im Leichlinger Gymnasium ist nach der Corona-Zwangspause irgendwie unwirklich. Das beginnt schon am Eingang. Dort werden die Schüler von zwei maskierten Lehrkräften – darunter der Direktor – in Empfang genommen und darauf hingewiesen, im Gebäude eine Maske zu tragen. Das ist zwar (noch) keine Pflicht, wird aber mehr als empfohlen. Wer selbst keinen Mundschutz dabei hat, kann das Angebot der Schule nutzen, die für jeden einen zur Verfügung stellt.

Im Foyer: überall Hinweisschilder. Pfeilmarkierungen auf dem Boden weisen den Weg in Richtung der Treppen des Neubaus. Wobei der Pfad noch einmal durch Trennwände vom Rest des Raums abgegrenzt ist. Es herrscht Einbahnstraßenregelung. Zurück nach draußen geht es per Pfeilreleglung auf der anderen Seite des Hauses. Auch an den Glastüren zwischen den Stockwerken hängen Schilder, die an den Mindestabstand erinnern. So sieht er jetzt aus – der Weg zum Klassenraum nach den „Corona-Ferien“.

„Ich war vier Wochen zu Hause, nun kann ich auch mal wieder in die Schule gehen“, sagt Zwölftklässler Jakob Schulz. Zur Vorbereitung aufs Abitur und für ein reines Gewissen im Hinblick auf die Prüfungen sei er dankbar für die Chance, den Stoff wiederholen zu können. Auch Marie Hartmann hat sich dafür entschieden, die Schultasche zu packen, um die Möglichkeit zu nutzen, die Lehrer persönlich zu Wissenslücken zu befragen – anstatt E-Mails und Nachrichten hin- und herzuschicken. Andererseits sehen beide den Schulbeginn mit gemischten Gefühlen. „Ich finde das ziemlich unüberlegt“, sagt Marie.

Trotz der allmählichen Wiedereröffnung vieler Läden, wirke ein gefüllter Klassenraum auf sie eher gegensätzlich zur bevorstehenden Maskenpflicht. Obwohl die schulischen Sicherheitsmaßnahmen bei ihr und der Mehrheit der Lehrer und Schüler positiv angenommen wurden, insbesondere die aufgefüllten Seifenspender.

„Ich finde es gut, dass wir genau dokumentieren, wer wo sitzt“, lobt Englisch- und Spanischlehrer Christoph Hans. Dazu kommt, dass alle Kontaktflächen täglich gereinigt werden, jeder Schüler einzeln den Raum betreten muss und als allererstes Richtung Waschbecken und Seife geht.

Gelernt wird im kleinen Kreis, mit bis zu acht, neun Schülern plus einem Lehrer. Sie sitzen weit genug auseinander und sind froh, den Stoff für die Abi-Klausur auffrischen zu können. „Es tat mir tatsächlich auch gut, die Schüler wiederzusehen“, sagt Hans. Die digitale Kommunikation hätte zwar problemlos funktioniert, die persönliche Ebene aber nicht komplett ersetzen können. Genauso wenig sei aktuell schon von Normalität zu sprechen, „Dafür fehlen mir noch die anderen Schüler und die engere Interaktion mit ihnen.“

Wer bereit war, in dieser Woche zur Schule zu kommen, musste sich über eine Abfrage im Internet registrieren. Auf diese Weise konnten Stundenpläne erstellt werden. Allen anderen werden die Materialien digital zugeschickt. Wie es weitergeht, wenn alle Schüler zurückkehren, weiß noch niemand genau.