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Leichlingen: Rückblick 2012: Viel Ärger am Bahnhof

Leichlingen : Rückblick 2012: Viel Ärger am Bahnhof

Parkplatzmangel, Baulärm, lange Schranken-Schließzeiten, unerlaubtes Queren: Der Leichlinger Bahnhof, der derzeit umgebaut wird, hat das ganze Jahr über für Schlagzeilen gesorgt. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick.

Gleich mehrere Baumaßnahmen laufen in diesem Jahr am Leichlinger Bahnhof: Der Bahnhof selbst wird umgebaut, der Bahnübergang umgestellt und schließlich werden die Arbeiten im Zusammenhang mit dem elektronischen Stellwerk Solingen ausgeführt. Woche für Woche werden am Leichlinger Bahnhof neue Probleme gemeldet.

Parkplätze Von Bahn- und Baufirmen-Mitarbeitern belegte Park&Ride-Plätze verärgern zahlreiche Pendler am Leichlinger Bahnhof.

Blindenhilfe Die Orientierungshilfe für Blinde und Sehbehinderte, die die Stadt am Weg zum Bahnsteig angebracht hatte, ist wenige Wochen nach der Montage zumindest in Teilen schon wieder unbrauchbar geworden. Sowohl am Beginn, als auch ein gutes Stück vor dem Ende des Weges, sind die Leisten einfach abgeschnitten worden, so dass an den beiden wichtigsten Punkten wieder gesucht werden darf.

Mehr noch: An den behelfsmäßig aufgestellten Holzmasten für die Beleuchtung des Weges befestigen Reisende zunehmend ihre Fahrräder — und häufig so, dass diese in den Fußgängerweg hineinragen und ebenfalls die Blindenhilfe zustellen.

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Müll Auch die Müllsituation auf dem Bahngelände verschärft sich von Woche zu Woche. So ist der Boden unter dem höher aufgebauten Behelfsbahnsteig so stark vermüllt, dass er allmählich an ein Paradies für Ratten erinnert.

Bau-Lärm Viele Leichlinger sind verärgert, weil nächtliche Rammarbeiten für die behindertengerechte Rampe am Leichlinger Bahnhof für Lärm und schlaflose Nächte sorgen.

Schranke Die neue Schrankenanlage, die parallel mit der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks Solingen Ende Juli in Betrieb ging, verärgert immer wieder die Fahrgäste: Weil Reisende oft bis zu 20 Minuten vor verschlossenen Schranken stehen, überqueren sie unerlaubt die Gleise. Anfang Dezember trafen sich Vertreter von Stadt, Bundesbahn, Eisenbahnbundesamt und DB Netz am Leichlinger Bahnhof um die Schranke bei einer "Sonderschau" unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis: "Das Sicherheitsrisiko soll durch Stabgitterzäune rechts und links der Schranke beseitigt werden. Außerdem sollen Reisende verstärkt auf die Gefahren und Folgen bei unerlaubtem Queren hingewiesen werden. Wer beim illegalen und lebensgefährlichen Überqueren der Gleise von der Bahnpolizei erwischt werde, müsse mit einer Strafe von bis zu 350 Euro rechnen. Um Bahnreisende künftig daran zu hindern, die Gleise unerlaubt zu überqueren, hat die Deutsche Bahn nun Stabgitterzäune aufgestellt.

Ausblick Zu den Schließzeiten sagte die Bahn: "Bedingt durch die Bauarbeiten kann derzeit nur ein Gleis am Behelfsbahnsteig genutzt werden. Dieses Nadelöhr und die vorübergehend notwendigen Geschwindigkeitsreduzierungen der Züge aus beiden Richtungen führen leider zu einer längeren Schließzeit der Schranke. Verbunden mit der Absicht, den "Halt" auch während der Bauarbeiten beizubehalten, gibt es leider keine verträglichere Lösung."

Zum unerlaubten Queren der Gleise sagte die Bahn: "Hier können wir nur immer wieder an die Vernunft der Bürger appellieren. Eine vollständige Einfriedung auf ganzer Länge ist nicht möglich. Wir stehen derzeit zusätzlich mit der Stadt in Kontakt, um uns gemeinsam zu der Problematik zu äußern."

(RP/rl)