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Leichlingen: "Rothenberg explosiv" gegen Gasleitung

Leichlingen : "Rothenberg explosiv" gegen Gasleitung

Eine Aktionsgemeinschaft hat bereits 60 Unterschriften gegen die Gaspipeline gesammelt, die durch Rothenberg, Hülser Weg und Hülser Hof führen soll. Sie unterstützt die Klage von Graf Mirbach vor dem Oberverwaltungsgericht.

In kürzester Zeit, aber mit dem höchsten Mobilisierungsgrad hat sich seit Sonntag in Leichlingen-Rothenberg eine Bürgerinitiative gegen die geplante Gaspipeline gegründet, die von Dormagen nach Bergisch Gladbach auch durch Leichlingen geführt werden soll. "Rothenberg explosiv" nennt sich diese Aktionsgemeinschaft, die bereits 60 Unterschriften gegen die Gasleitung gesammelt hat: Das berichtet Stefanie Hanka, die zu einem fast 20 Mitglieder zählenden Kernteam von "Rothenberg explosiv" gehört.

Mit ihren Unterschriften will die Bürgerinitiative die Klage von Clemens Graf von Mirbach-Harff unterstützen, die dieser (wie berichtet) bereits vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegen die Hochdruck-Gasleitung eingereicht hat. Denn das Gebiet Rothenberg, Sternstraße, Hülser Weg setzt sich fort in die Länderei Hülser Hof, die die Familie von Mirbach besitzt.

Um auf ihren Protest aufmerksam zu machen, hat die Aktionsgemeinschaft an der Bahnschranke vor Rothenberg beschriftete Pfähle aufgestellt, die vom Umfang her der geplanten Gasleitung entsprechen sollen. "Die Gasleitung wird hier an der Sternstraße direkt hinter dem Spielplatz in nur 70 Metern Entfernung von der Wohnbebauung herführen", verdeutlicht Stefanie Hanka.

"So ungefährlich, wie man uns glauben machen will, ist eine solche Gaspipeline nicht. Eine undichte Stelle, und hier fliegt alles in die Luft, dann ist von der ganzen Siedlung nichts mehr übrig", befürchtet sie. Allerdings werde durch die Gasleitung auch ein massiver Eingriff in die Natur zu beklagen sein. Nach ihrer Kenntnis sei bei der Planung der Gasleitung aber nur ein Umweltgutachten zugrunde gelegt worden, das die Gasfirma selbst in Auftrag gegeben habe. Deshalb wolle die Aktionsgemeinschaft Rothenberg jetzt gemeinsam mit Graf Mirbach ein unabhängiges Gegengutachten beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) einholen.

Das solle dann als Argumentationsgrundlage gegen die Gasleitung dem Oberverwaltungsgericht vorgelegt werden, berichtet Hanka. Auch Leichlinger Politiker haben sich laut Hanka bereits mit "Rothenberg explosiv" solidarisiert: SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Steffes und CDU-Chef Rainer Hüttebräucker seien mit den Bürgern im Gespräch.

Stefanie Hanka ist allerdings verwundert und empört, dass die Betroffenen nicht ausreichend über die Gasleitung im Vorfeld informiert worden seien. Im Nachhinein heiße es jetzt bei der Stadtverwaltung in Leichlingen, die entsprechenden Informationen hätten ab dem 19. Dezember eine Woche lang im Rathaus offengelegen: "Aber das Rathaus war über die Feiertage geschlossen", beklagt die Sprecherin der Aktionsgemeinschaft. Daher könne es jetzt makabererweise vor Gericht auch nicht mehr um den Menschenschutz gehen, weil die Einspruchsfrist für Betroffene verstrichen sei. "Deshalb müssen wir versuchen, über den Naturschutz die Gasleitung weg zu bekommen", sagt Hanka, die übrigens in einem der Häuser wohnt, die "trotz Kenntnis der kommenden Gasleitung von wem auch immer noch genehmigt worden" seien, wundert sie sich.

(RP)