Leichlingen: Roderbirken reißt Häuser ab

Leichlingen: Roderbirken reißt Häuser ab

Ein Plattenbau mit 96 Appartements muss demnächst weichen. Auch das alte Ärztehaus auf dem Gelände steht vor dem Abriss. Und mittelfristig soll sogar der klinikeigene Forst verkauft werden.

Er atmet den Plattenbau-Charme der frühen 70er-Jahre. Auch deshalb will in dem alten Appartement-Komplex neben der Klinik Roderbirken kaum noch jemand wohnen. Gerade fünf der 96 Wohnungen sind noch belegt. "Mit diesen Mietern wird gerade versucht, eine gütliche Einigung zu finden", berichtet Hansjörg Hüllbüsch, Verwaltungschef der Reha-Einrichtung. Denn die Tages des Gebäudes sind gezählt.

Der Wohnkomplex Roderbirken 17 und 19 soll demnächst abgerissen werden. "Als die Häuser damals gebaut wurden, wollte das Klinikperonal meist in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsort wohnen", erklärt Hüllbüsch. Das habe sich grundlegend geändert: "Heute kommen die Mitarbeiter aus Düsseldorf, dem Raum Köln-Bonn und anderen Regionen. Die meisten von ihnen pendeln."

Vorgabe des Bundesrechnungshofs

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund dafür, dass auf dem Kurgelände oberhalb der Blütenstadt schon bald die Abrissbirne kreisen soll. Ein Anruf bei der Düsseldorfer Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Rheinland brachte gestern Klarheit: "Der Bundesrechnungshof hat uns aufgefordert, uns von Liegenschaften, die nicht mehr für unser Kerngeschäft notwendig sind, zu trennen", erklärte ein Sprecher. Das so genannte Rücklage-Vermögen müsse abgebaut werden.

Dazu gehören nicht nur die beiden Wohnhäuser, sondern beispielsweise auch das alte Ärztehaus mit seinem großen Schieferdach und dem erker-ähnlichen Eingang. Das historische Gebäude hat offenbar ebenfalls keine Zukunft mehr. "Es zu sanieren, ist für uns nicht mehr möglich", betont die Rentenversicherung: Das Dach sei schon lange marode, das Haus fast komplett feucht. "Schon zu D-Mark-Zeiten hätte man mindestens eine Million in die Hand nehmen müssen", sagt Verwaltungsdirektor Hüllbüsch. Ein Abriss wird zurzeit geprüft.

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Vier Bungalows und ein Vier-Familien-Haus auf dem Klinikgelände sollen dagegen saniert und wieder vermietet werden. In der Düsseldorfer Zentrale ist man zuversichtlich, genug Interessenten dafür zu finden.

Die Tage für den eigenen Forst sind übrigens ebenfalls gezählt. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sei es üblich gewesen, Reha-Kliniken möglichst so auszustatten, dass sie sich in weiten Teilen selbst versorgen konnten, berichtet der Sprecher der Rentenversicherung.

Doch auch der Wald wird als Rücklage-Vermögen eingestuft. Über den Zeitpunkt des Verkaufs lasse sich aber noch nichts sagen.

Oder anders ausgedrückt: "Das wird ganz sicher nicht heute geschehen, aber vielleicht morgen oder übermorgen."

(RP)
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