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Leverkusen: Reul: immer mehr Aufgaben für Europa

Leverkusen : Reul: immer mehr Aufgaben für Europa

Europapolitiker Herbert Reul blickte gestern im Altenberger Hof auf das Jahr 2012 zurück. Obwohl es immer mehr Aufgaben für Europa gebe, hat der bergische Abgeordnete die Leichlinger CDU stets im Blick.

2012 war für Europaabgeordneten Herbert Reul, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, ein bewegtes Jahr. Im Oktober rückte der Politiker ins CDU-Präsidium auf. Seitdem nimmt er an den Sitzungen des Präsidiums teil, berät Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Ich muss mich jetzt nicht mehr nur auf ein Thema konzentrieren, sondern mich mit allen Themen befassen", sagte der Bergische Abgeordnete gestern bei einem kleinen Jahresrückblick im Altenberger Hof. Dennoch: seine Heimatstadt Leichlingen verliert der Europa-Politiker nicht aus den Augen. Zur zerstrittenen Leichlinger CDU sagte Reul gestern: "Die Fraktion muss sich so organisieren, dass sie handlungsfähig ist. Der Vorstand muss ein Team sein, das sich vertraut." Der neue Vorsitzende des CDU-Stadtverbands müsse ein "erfahrener Typ" sein.

Neben Brüssel, Straßburg und dem Rheinisch-Bergischen Kreis sei Reul jetzt auch häufig in Berlin unterwegs. Doch nicht nur der Arbeitsort, auch die Arbeitsweise des Politikers habe sich verändert. Schuldenabbau der Staaten, Bankenunion und die Finanzplanung der europäischen Union: "Europa bekommt immer mehr Aufgaben", betonte Reul. Dazwischen liege die Bundestagswahl. Um den Bürgern die Europapolitik ein Stück näherzubringen, empfängt Reul regelmäßig Besuchergruppen im europäischen Parlament, darunter auch viele aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Insgesamt 1675 Besucher begrüßte der Politiker im vergangenen Jahr in Brüssel und Straßburg, darunter das Berufskolleg aus Opladen, die Junge Union Leichlingen und die Europa-Union Leverkusen. "Mir ist wichtig, dass die jungen Leute etwas mitnehmen", sagte der Politiker, der auch regelmäßig die Schulen im Kreis besucht.

Für die Anliegen der Bürger hatte Herbert Reul 2012 ein offenes Ohr. Immer wieder stellten Vereine oder Organisationen Anfragen zu Fördermitteln der EU, auch zur Renovierung des alten Wasserturms in der Neuen Bahnstadt in Opladen habe es eine Anfrage gegeben. Darüber hinaus bekam Reul unzählige, teils kritische Anfragen zu Griechenland, dem Umgang mit Steuergeldern, zu Fiskalpakt und Korruption in Griechenland und zu den Verlusten deutscher Kleinsparer durch den griechischen Schuldenschnitt. Immer wieder vermittelt Reul persönliche Gesprächspartner im europäischen Parlament, so etwa als die Feuerwehrleute auf Madeira im vergangenen Jahr um ihr Gehalt kämpfen mussten. "Damals habe ich Ansprechpartner aus Portugal vermittelt." Es seien viele kleine Dinge und teils "rührende Geschichten", mit denen der Europaabgeordnete Tag für Tag zu tun habe. Aber auch große Themen wie Griechenland in Not. Das hoch verschuldete Land braucht immer mehr Geld. Die EU diskutierte lange über den "Rettungsschirm". Das Thema Griechenland hat auch Herbert Reul das ganze Jahr über begleitet: "Es ist schwieriger geworden als früher. Aber vielleicht ist Griechenland auch eine Riesen-Chance", sagte Reul, dessen Meinung zu Griechenland vom Rheinisch-Bergischen CDU-Abgeordneten Wolfgang Bosbach abweicht: "Wolfgang und ich sind in der Frage ,Griechenland helfen oder nicht?' anderer Meinung. Das ist völlig legitim."

(RP)