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Reit- und Fahrverein startet Bau von modernem Sandreitplatz

Lange geplantes Projekt : Reitverein startet Bau von modernem Sandplatz

Die Mehrzweckanlage soll die Attraktivität des größten Vereins seiner Art im Rheinisch-Bergischen Kreis insbesondere für Turnierreiter erhöhen.

Das Ziel ist hochgesteckt: „Dieses Bauprojekt ist ein wichtiger Bestandteil, um in der Balker Aue ein modernes Reitsportzentrum zu entwickeln“, sagt Oliver Kuntze, Vorsitzender des Leichlinger Reit- und Fahrvereins.

Anfang dieser Woche haben auf dem Gelände der Reiter die Bauarbeiten begonnen, um einen modernen Mehrzweck-Sandreitplatz einzurichten. Der bisherige „Wembleyrasen“, der bislang nur einmal im Jahr für das traditionelle Pfingstturnier „Leichlinger Reitertage“ geöffnet wurde, hat den Ansprüchen der hochkarätigen Reiter nicht mehr genügt. „Sie treten nur bei optimalen Bedingungen für Pferde und Reiter an. Springreiter wollen heutzutage nicht mehr auf Rasen reiten“, erklärte Kuntze.

Künftig will der Verein durch die besseren Bodenbedingungen also wieder mehr Springreiter aus dem ganzen Rheinland in die Balker Aue locken. Außerdem möchten die Sportler die Trainingsbedingungen für die eigenen Mitglieder verbessern: „Neben den Springreitern sollen in Zukunft auch die Dressur- und Schulpferdereiter den neuen Reitplatz bis zu 300 Tage im Jahr nutzen können. Zum täglichen Training der Pferde gehört eben auch die Stangen-, Cavaletti-, Longenarbeit und das Bodentraining“, betont Kuntze.

Doch einfach scheint der Umbau zum Mehrzweck-Sandplatz nicht zu sein: „Angesichts hoher Auflagen durch das Umweltamt des Rheinisch-Bergischen Kreises dauerte die Planung fast ein Jahr, um alle Anforderungen für den Gewässerschutz zu erfüllen. Gemäß der erteilten wasserrechtlichen Erlaubnis wird aktuell ein Sandplatz angelegt, bei dem allein für das Fundament bis zu 2.800 Tonnen Spezialmaterial eingebaut werden“, berichtet der Vereinsvorsitzende.

Rund 100 Sattelzüge sind notwendig, um das Material für den Platz anzuliefern. Das Vorhaben ist zudem ein Pilotprojekt mit dem Unternehmen Thyssen-Krupp: Als Fundament werden zwei unterschiedlich dicke Schichten Baselith aufgebracht, die obere erstmals aus ganz feinem Baselith als biologische Barriere, die den ökologischen Ansprüchen gerecht wird. Um eine optimale Entwässerung unter anderem über die angrenzenden Grünflächen bei Regen und Starkregen zu gewährleisten, wird das rund 80 mal 60 Meter große Gelände mit einem Dachprofil und einem lasergeplanten Gefälle ausgelegt. Ein computergestütztes Bewässerungssystem wird nach der Fertigstellung dafür sorgen, dass Pferde und Reiter auch dann gute Reitbedingungen vorfinden, wenn es längere Zeit trocken war. Der bisherige kleinere Sandplatz wird indes zur Pferdewiese renaturiert. Insgesamt investiert der Verein laut Kuntze einen hohen fünfstelligen Betrag in den neuen Sandplatz.

Mit den Reitertagen richtet der Leichlinger Reit- und Fahrverein alljährlich ein Turnier aus, zu dem rund 2500 Besucher in die Balker Aue kommen. 500 bis 800 Pferde und Reiter absolvieren dabei fast 1.500 Starts. Mit rund 200 Mitgliedern gehört der Leichlinger Reitverein zu den größten Reitvereinen im Rheinisch-Bergischen Kreis.

(Inbo)