Regionalplan für Leichlingen: Neue Diskussion um Eicherhofsfeld

Bezirksregierung stellt Regionalplan neu auf : Diskussion um Eicherhofsfeld

Die Verwaltung hat das Gelände für die Neuaufstellung des Regionalplans vorgeschlagen. Die CDU lehnt eine Bebauung dort strikt ab.

Soll die freie Fläche Eicherhofsfeld bebaut werden? Diese Vorstellung treibt derzeit die CDU um. Denn die Bezirksregierung Köln stellt gerade ihren Regionalplan neu auf und hat dazu alle zugehörigen Kommunen aufgefordert, Bereiche für mögliche Wohnbebauungen zu nennen. Hintergrund: die Wohnungsnot in den Ballungszentren im Raum Köln-Düsseldorf, die so abgemildert werden soll.

Die Stadt Leichlingen ist dieser Aufforderung nachgekommen und hat mehrere Flächen vorgeschlagen. Unter anderem das Eicherhofsfeld, wie Andrea Murauer, Fachbereichsleiterin Bauen und Wohnen, bestätigt. Dafür hat die Stadt sogenannte Steckbriefe an die Bezirksregierung verschickt, in denen Angaben über Flächengröße, Erreichbarkeit über ÖPNV, die Infrastruktur und die Verfügbarkeit der Grundstücke abgefragt wurden, also wem die Fläche gehört. Beim Eicherhofsfeld ist das die Stadt.

Zudem musste angegeben werden, für welche Baudichte diese Flächen geeignet wären. Für das Eicherhofsfeld gehe die Verwaltung von einer mittleren Baudichte aus, sagt Murauer. Bei der Aufstellung des Regionalplanes gehe es darum, ob eine Fläche grundsätzlich bebaubar ist oder ob sie langfristig Landschaftsfläche bleiben soll. Sollte die Bezirksregierung also beschließen, dass das Eicherhofsfeld zum allgemeinen Siedlungsbereich erklärt werde, bedeute dies nicht, dass die Stadt die Fläche dann auch bebauen wird, betont Murauer. Es reiche nicht, eine Wohnungsbebauung zu genehmigen, denn dazu müsse auch die entsprechende Infrastruktur wie Straßen, Kitas und Schulen entstehen. Deshalb hätte die Innenverdichtung Vorrang vor der Außenverdichtung.

Die CDU lehnt eine Wohnungsbebauung auf dieser Fläche strikt ab. Vor einigen Jahren hatte die Partei zwar noch den Bau eines Schwimmbads auf einem Teil der Fläche befürwortet. „Aber das sind völlig verschiedene Dinge“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Wagner. Dies sei nur eine Teilfläche gewesen, die für den Allgemeinbedarf ausgewiesen ist, beispielsweise für ein Schwimmbad, eine Sporthalle oder eine Kita. Jetzt gehe es um die komplette Fläche. Das Schloss Eicherhof wäre dann von der Kreisstraße zwischen Leichlingen und Unterberg nicht mehr zu sehen. Zudem handele es sich um eine ökologisch wertvolle Fläche zwischen Wupper und Hühnerbusch, die das Landschaftsbild präge.

Bereits vor mehr als zehn Jahren, als südlich von Unterberg gebaut wurde, habe es das Versprechen gegeben, dass dies die letzte Bebauung in diesem Bereich wäre, fügt Wagner hinzu. Wenn nun der Bereich im Regionalplan als allgemeiner Siedlungsbereich ausgezeichnet würde, sei einer Bebauung somit „Tür und Tor geöffnet“. SPD, Linke und UWG hätten bereits ein konkretes Ansinnen, dort sozialen Wohnungsbau anzusiedeln. Deshalb wolle die CDU schon in diesem frühen Stadium dafür sorgen, dass es nicht zu einer Bebauung kommt.

Von der Verwaltung möchte die CDU wissen, welche Flächen der Bezirksregierung sonst noch vorgeschlagen wurden. Gleiches gelte für Flächen, die im Rahmen des Programms „Bauland an der Schiene“ vorgeschlagen wurden.

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