Leichlingen: Prügelei nach Brand in der Schillerstraße

Leichlingen: Prügelei nach Brand in der Schillerstraße

Die Ursache des Brandes ist weiterhin unklar – Mittwochmittag rückten die Brandermitteler der PolizeiRheinBerg an. Die beiden Mieter, die sich prügelten, sind im Krankenhaus, das Haus ist nicht bewohnbar.

Die Ursache des Brandes ist weiterhin unklar — Mittwochmittag rückten die Brandermitteler der PolizeiRheinBerg an. Die beiden Mieter, die sich prügelten, sind im Krankenhaus, das Haus ist nicht bewohnbar.

Gerüchteküche brodelt

Rund um das Haus an der Schillerstraße 2 in Leichlingen flatterte Mittwoch Absperrband, die Haustür war versiegelt. Auch der Kiosk im Erdgeschoss blieb geschlossen. Die meisten Leichlinger wussten längst, dass es in dem Haus direkt am Busbahnhof am Dienstag Abend gebrannt hatte — und einige kamen vorbei, um sich die Folgen anzusehen. Denn die Gerüchteküche in der Blütenstadt brodelte. "Da wohnen zwei drin, die sich nicht grün sind", berichtete eine Anwohnerin. "Ich kann mir schon vorstellen, dass das eine Racheaktion war." Das konnte sich der Familienvater, in dessen Wohnung der Brand ausbrach, scheinbar auch vorstellen. Als der 36-Jährige nämlich verletzt aus der Wohnung flüchtete, traf er auf dem Gehsteig auf seinen Nachbarn (51) — und "ging sofort auf ihn los", wie ein Sprecher der Polizei Dienstag berichtete. "Die Verletzung hielt ihn nicht davon ab, seinen Nachbarn zu treten und zu schlagen."

Beide Männer mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Behördensprecher: "Erste Ermittlungen ergaben, dass es zwischen den beiden Männern in der Vergangenheit bereits mehrfach zu nachbarschaftlichen Streitigkeiten gekommen war. Ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Brand wird derzeit allerdings für unwahrscheinlich gehalten." Das kann sich auch die 35-Jährige, die als dritte Partei in dem Haus wohnt, nicht vorstellen. "Die mögen sich nicht, haben immer Streit", erzählte sie im RP-Gespräch. "Aber dass da der eine dem anderen ein Feuerchen gelegt haben soll — nein, das glaube ich nicht. So weit geht doch niemand."

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Offenes Feuer

Trotzdem: Der Brand beschäftigt die Polizei, denn die Ursache war auch Mittwoch noch völlig unklar. Fakt ist: Als am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr die 27-jährige Frau des 36-Jährigen mit dem 12-jährigen Sohn nach Hause kam und die Wohnungstür im ersten Obergeschoss aufschloss, kam es durch den einströmenden Sauerstoff sofort zu einer Verpuffung. "Hierfür könnte Rauchgasdurchzündung verantwortlich gewesen sein", erklärte gestern ein Feuerwehrmann. "In der Folge kam es zu einem offenen Feuer." Und zu weiteren Verpuffungen, die auch die direkten Nachbarn gegenüber aufschreckte. "Wir sind sofort ans Fenster gerannt", erzählten Mittwoch Dietmar (61) und Ursula (56) Litz. Auch sie berichteten, dass die Polizei schon öfter mal anrücken musste, weil der 36-Jährige und der 51-Jährige immer wieder Streit gehabt hätten. "Und der 36-Jährige war gestern völlig von der Rolle", ergänzte Litz. "Der kam aus dem Haus und schrie wild durch die Gegend — völlig aufgebracht und völlig irre irgendwie."

Die Familie des 36-Jährigen ist vorübergehend bei Verwandten untergekommen, ebenso die Mieter der dritten Wohnung — das Haus sei derzeit unbewohnbar, berichtete die Polizei gestern Nachmittag. Um Klarheit über die Brandursache zu erhalten, rückten Mittwochmittag die Brandermitteler der Polizei RheinBerg in der Schillerstraße an.

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