Prozesse am Amtsgericht für drei Leichlinger

Prozesse am Amtsgericht : Milde Strafen für drei Leichlinger

Diebstahl und Urkundenfälschung lautete die Anklage in zwei Prozessen.

So ganz wollte die Richterin den Ausführungen der beiden Angeklagten nicht glauben, eher schon den Angaben der beiden Beschäftigten. Denn eine Verkäuferin der Leichlinger Bauernscheune hatte die 82-Jährige schon länger im Auge und hatte am 1. September 2018 beobachtet, dass die Seniorin wohl einige Sachen in ihre Tasche gesteckt hatte. Als es ums Bezahlen ging, gab es zumindest erst einmal eine lautstarke Auseinandersetzung und wohl auch einige Missverständnisse.

Die Frau und ihr 75-jähriger Ehemann fuhren zwar gemeinsam zum Einkaufen, aber jeder suchte für sich selbst die Sachen aus. Für sich tat sie auch jeder selbst in den Einkaufskorb beziehungsweise in eine mitgebrachte Tasche. Wenn dabei tatsächlich getrickst wurde, haben das die beiden Senioren wohl so geschickt gemacht, dass es nicht auffiel. Zwei ähnliche Verfahren hielt der Staatsanwalt den Senioren zwar vor, beide wurden allerdings eingestellt. Der Vorfall in der Bauernscheune jedoch hatte zumindest eine Zeugin genau beobachtet.

Die Verkäuferin sprach die beiden Senioren an, konfrontierte sie mit ihren Beobachtungen und bat sie in einen Nebenraum. Die Polizei wurde gerufen. Und die hat dann wohl, so wurde es jedenfalls von der Verkäuferin im Saal des Leverkusener Amtsgerichts berichtet, noch weitere Waren in der Tasche gefunden, die nicht bezahlt waren.

So kam es zur Anzeige. Wobei die beiden Angeklagten jegliche Schuld von sich wiesen. Bei der mündlichen Urteilsbegründung schüttelten sie fortlaufend mit dem Kopf. Aber das Urteil nahmen sie dennoch nach kurzer Rücksprache mit ihrem Verteidiger an: Eine Verwarnung, verbunden mit einer Auflage, sich im nächsten Jahr nichts zu Schulden kommen zu lassen. Ansonsten würde für jeden eine Geldstrafe von vierzig Tagessätzen zu jeweils zehn Euro fällig. Da auch der Staatsanwalt angab, keine Berufung einzulegen, ist das Urteil damit rechtskräftig.

Ebenfalls recht glimpflich kam ein 34-Jähriger davon, dem die Staatsanwaltschaft Urkundenfälschung vorwarf. Der Angeklagte tischte dem Gericht eine Geschichte auf, die letztlich nicht zu widerlegen war: Er habe im Sperrmüll einen Sekretär gefunden, den dann auch mitgenommen. Bei genauerer Untersuchung zu Hause fand er in einer Schublade eine Tüte voll mit gefälschten Paketkarten. Die wollte er zu Geld machen und bot sie im Internet an. Auf diese Art und Weise strich er knapp 1100 Euro ein.

Zwar hätte er die Karten, ob nachgemacht oder echt, beim Fundbüro abgeben müssen. Aber dieses Versäumnis sah das Gericht nicht als Straftat an. Zuviel Unwissenheit war da wohl auch im Spiel. Aber die Richterin wollte zumindest nicht, dass er diesen „Gewinn“ für sich behält.

So kam es zu dem Beschluss, dass er zumindest das mit dem Verkauf der Paketkarten erlöste Geld zurückzahlen muss. Erst einmal an die Staatskasse. Denn ein direkt Geschädigter war nicht auszumachen.