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Leichlingen: Prinz und Bauer streiten: Dreigestirn platzt

Leichlingen : Prinz und Bauer streiten: Dreigestirn platzt

Ein Erwachsenen-Dreigestirn wird es aller Voraussicht nach in der kommenden Session in Leichlingen nicht geben.

Prinz Conny I. (Dagmar Kießling), Bauer Schmiddi (Michaela Wiegratz) und Jungfrau Julia (Julia Hülsbeck) werden bei der Proklamation am 22. November wohl nicht ihr Amt antreten. Er habe es zwar noch nicht schriftlich, aber zwischen Prinz und Bauer habe es erhebliche Dissonanzen gegeben, so dass sie sich derzeit nicht in der Lage sähen, die Leichlinger Jecken in der kommenden Session anzuführen, berichtet Willi Kallert, Präsident der Vereinigung Leichlinger Karneval (VLK).

Bauer Schmiddi habe zudem ein ärztliches Attest vorgelegt. "Es ist ein Elend", sagt Kallert. "Die haben sich einfach zu viel Druck aufgebaut und gegenseitig kaputtgemacht". Das Makabre an der Sache: Laut VLK-Präsident sind die äußeren Umstände wie Finanzen und Unterstützung durch die Equipe nahezu perfekt. "Orden und Kostüme sind fertig, und nun so etwas", erklärt Willi Kallert resigniert. Nicht zuletzt entstünden durch den Rückzug der drei Damen erhebliche Kosten. "Wenn wir das auf drei aufteilen, muss jeder rund 2000 bis 2500 Euro aus der eigenen Tasche zahlen", sagt Julia Hülsbeck, die gerne Jungfrau geworden wäre. Sie ist enttäuscht.

Da sie mit ihrem Mann schon einmal Karnevalsprinz und -prinzessin war, wusste sie, was mit der Übernahme des Amtes auf sie zukommen würde. "Das hat eine "Nicht-Karnevalistin" unter uns wahrscheinlich unterschätzt. Die Stimmung ist gerade nicht prickelnd", erzählt sie. Auch sie gehe derzeit davon aus, dass das Damendreigestirn am 22. November nicht proklamiert werde.

Die Planungen für die fünfte Jahreszeit gehen indes auch ohne Prinz, Bauer und Jungfrau weiter. "Unser Kinderdreigestirn wird mehr übernehmen oder gemeinsam geplante Termine allein wahrnehmen", sagt Willi Kallert. Ein Ass im Ärmel haben derweil die verlassenen Prinzenführer Michael Lintz, Nicki Hammerstein und Frank Steffes: "Wir ziehen das jetzt durch und treten selber auf", kündigt Steffes an.

Mit den anderen beiden habe er schon einen Auftritt einstudiert, um bereits vereinbarte Termine des Dreigestirns übernehmen zu können. Die Garde des TSV Rhein-Wupper wird sie begleiten. "Dabei werden wir das verhinderte Damen-Dreigestirn natürlich auch ein Stück weit persiflieren. Aber damit müssen die dann eben leben".

Allein, was mit den fertigen Karnevalsorden geschieht, dafür hat auch Frank Steffes noch keine Lösung.

(inbo)