Premiere in Leichlingen: Crew organisiert ersten Inklusionstag

Premiere in Leichlingen : Crew organisiert ersten Inklusionstag

Für den 5. Mai lädt der Verein in die Aula Am Hammer ein. Dort gibt es Info-Stände und Vorträge, aber auch Mitmach-Aktionen wie eine Kletterwand.

Auf Initiative des Vereins „Crew“, der seit 2017 die Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt Leichlingen bereichert, arbeiten verschiedene Akteure an der Realisierung des ersten Leichlinger Inklusionstags. Geplant ist eine Messe für Menschen mit und ohne Behinderung, die sich zum Ziel gesetzt hat, über Inklusion aufzuklären und ihre Umsetzung in der Stadt voranzutreiben.

Vor ziemlich genau zehn Jahren wurde in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention – das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen – ratifiziert. Damit sollte Menschen mit Handicap die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft (Inklusion) ermöglicht werden. Konkret bedeutet das, dass etwa Rollstuhlfahrer, Menschen mit Down-Syndrom oder Autisten grundsätzlich das Recht haben, Regelschulen zu besuchen und überhaupt an allen gesellschaftlichen Veranstaltungen oder Vereins- und Freizeitangeboten teilzunehmen.

Theoretisch eine gute Idee und eine wichtige Errungenschaft. Praktisch jedoch stoßen Betroffene immer wieder an bürokratischen Grenzen und physische Barrieren.

Das hat auch der Verein Crew erlebt, der für ein Ferienprojekt im vergangenen Jahr Geld für einen Inklusionshelfer beantragte. „Wir wissen ja, dass Verwaltungsmühlen langsam mahlen“, sagt Alexander Bülles, Crew-Vorsitzender, „aber dass es so kompliziert sein würde, damit hatten wir nicht gerechnet.“  Konkret ging es um einen Jugendlichen mit Handicap, der an einem Ferienprojekt teilnehmen wollte. Das wollte ihm der junge Verein ermöglichen, fand sich dann  jedoch im Inklusionsdschungel wieder. „Andauernd wird über Inklusion geredet, aber in der Praxis gestaltet sich das immer noch schwierig“, bemerkt Bülles. Um das zu ändern, haben er und sein Team, in erster Linie die Crew-Inklusionsbeauftragen Lisa Scholten und Merle Maag, die Idee des ersten Leichlinger Inklusionstages entwickelt.

Am 5. Mai – europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung – soll der Inklusionstag in der Aula Am Hammer möglichst viele Bürger ansprechen, um für das Thema zu sensibilisieren, Probleme und einfache Lösungsansätze aufzuzeigen, sowie Ansprechpartner für diverse Belange vorzustellen. An den Messeständen können sich die Besucher informieren, kurze Impulsvorträge auf der Bühne sollen zum Nachdenken und Austausch animieren. Es sind auch Mitmach-Aktionen geplant, wie etwa eine Kletterwand für Menschen mit und ohne Handicap aber auch einen Rolliparcours für Menschen ohne Behinderung.

Um dieses ehrgeizige Unterfangen zu bewältigen, hat sich Crew weitere Akteure ins Boot geholt, die sich jetzt erstmals trafen. Mit dabei sind der Leichlinger Quartierstreff, die Beratungsstelle InBeCo (Inklusion, Beratung, Coaching), die Mebus Körmann-Stiftung, sowie die Unternehmen „Oben bleiben“ aus Düsseldorf, „Happy mit Handycap“ aus Langenfeld und „pro med serv“ aus Leichlingen.

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