Pilgerheim Weltersbach in Leichlingen ein Jahr nach dem Unwetter

Tag der offenen Tür : Weltersbach hat Unwetter gut verkraftet

Beim Tag der offenen Tür präsentierte sich das Seniorenwohnheim frisch renoviert. Fast alle Schäden sind beseitigt.

Am Wegesrand strecken Primeln, Tulpen und Narzissen ihre Köpfe der Sonne entgegen, etliche Besucher lockt es nach draußen. Kaum etwas hier erinnert mehr an die Nacht zum 10. Juni des vergangenen Sommers, als das Pilgerheim Weltersbach durch einen Starkregen schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war. Am Samstag präsentierte das Seniorenwohnheim beim Tag der offenen Tür, dass es sich von der Unwetterkatastrophe nicht hat unterkriegen lassen.

Ein Kraftakt war es aber trotzdem, den die Mitarbeiter und Bewohner in den letzten Wochen und Monaten zu meistern hatten. Unterhalb von Haus Siloah erinnern ein paar Sandsäcke an die folgenschwere Nacht. Dort war das Wasser den Hang hinuntergeflossen und hatte massive Schäden hinterlassen. Am Haus Bethesda fällt eine kleine Mauer ins Auge. Sie ist neu, soll künftig das Wasser abhalten, das im Juni dazu geführt hatte, dass ein Auto den Hang hinunter fast bis in die Zimmer des Hauses gerutscht wäre. Der Pilgerheimer Bach, sonst eher ein Rinnsal, hatte sich dort ganz neue Wege gesucht, die Straße hoch zu Haus Bethel unterspült und sich in die Kirche und das Gemeindezentrum ergossen.

Dort ist nun alles frisch renoviert. Der Flügel steht wieder da, die Orgel ist neu, die Wände mussten einen Meter hoch saniert werden. „Es war schon tragisch, aber dafür ist es jetzt richtig schön geworden. Wenn mich aber eines trotz dieser Katastrophe unglaublich berührt hat, dann war es die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, ihre Solidarität mit uns“, gewinnt Heimleiter Joachim Noß dem Unwetter sogar gute Seiten ab.

Mittlerweile sind alle Bewohner wieder in ihre Zimmer und Wohnungen zurückgekehrt, am Samstag hatte das Dorfcafé zum ersten Mal nach neun Monaten wieder geöffnet. Nur Haus Emmaus steht immer noch leer, wird auch nicht wieder bezogen. Der Weltersbach hatte dort während des Unwetters eine Spur der Verwüstung hinterlassen. „Der Abriss steht nun als nächstes auf dem Plan“, erzählt Joachim Noß.

52 Einzelzimmer werden im Neubau an gleicher Stelle entstehen, dafür will das Pilgerheim Räume in kleineren Häusern aufgeben und nach der Fertigstellung insgesamt  300 Plätze anbieten. Eine Brücke zum Bibelgarten muss noch erneuert werden, da wartet man auf die Genehmigung. Glück im Unglück hatte das Pilgerheim, weil es eine Elementarschadenversicherung besitzt. „Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro. Die hat die Versicherung übernommen“, berichtet Heimleiter Noß.

Das Unwetter im vergangenen Juni wird den Leichlingern noch lange im Gedächtnis bleiben. Die Schäden waren immens. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Was er lernen musste: Für den Hochwasserschutz ist jeder, der an einem Gewässer wohnt, selber verantwortlich. So wird das Pilgerheim insgesamt rund 300.000 Euro in die Sicherheit investieren.

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