Pilgerheim Weltersbach dankt Helfern nach Starkregen

Pilgerheim Weltersbach : Ein Fest für alle Helfer

Der Starkregen im vergangenen Juni hat schwere Schäden im Pilgerheim Weltersbach hinterlassen. Es folgte eine Welle der Hilfsbereitschaft.

„Da war vor allem ganz viel Wasser“, sagte Achim Berger, Zugführer des Löschzugs III aus Metzholz, über die „Nacht des Grauens“, als die er das zurückliegende Naturereignis bezeichnete. Selbst, als die Feuerwehren der Stadt und des Umlandes mit Einsatzkräften vom Technischen Hilfswerk und Deutschen Roten Kreuz kurz nach dem Alarm im Leichlinger Seniorendorf eintrafen, war das ganze Ausmaß der Zerstörung noch nicht vollständig erkennbar, das beim Unwetter am 10. Juni 2018 entstanden war.

Die Flutwelle war sogar so hoch gestiegen, dass Fensterscheiben im Gemeinschaftsraum neben der Kirche platzten und der ganze Schlamm und Dreck ungehindert ins Innere strömen konnte und den Boden etwa bis zur Kniehöhe bedeckten. Noch vor allem anderen mussten einige der insgesamt 500 Bewohner, die im Tal in sechs Pflegeheimen und 170 Wohnungen leben, aus ihren Betten gerettet werden.

Eine ganze Nacht und auch am folgenden Tag waren die Freiwilligen beschäftigt, um Wasser abzupumpen, Sandsäcke zu stapeln, Wasserläufe freizuräumen und Essen für die Bewohner zu kochen. Neben rund 250 ehrenamtlichen Helfern packten auch zahlreiche Bürger tatkräftig an, obwohl sie noch nie zuvor in Weltersbach waren.

Obwohl die Erinnerung nun schon ein Jahr zurückliegt, fröstelt es Bergers Schwager Sigmund Pelz immer noch, wenn er an das Jahrhundert-Hochwasser denkt. Seit 42 Jahren ist er in Weltersbach als technischer Leiter angestellt, seit 45 Jahren Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr Leichlingen. „Aber so etwas habe ich noch nie zuvor erlebt“ sagte Pelz und fügte hinzu: „Und ich brauche es auch nie wieder. Aber immer noch dreht sich bei jedem stärkeren Regen bei mir der Magen um.“

Inzwischen sind die meisten Schäden beseitigt. Fast überall gibt es neuen Fußboden, Fenster, Heizungen, Türen, Wände und neues Mobiliar. Viele Handwerksunternehmen haben schnell und unbürokratisch beim Wiederaufbau geholfen. Etwa zwei Millionen Euro musste die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in NRW als Träger von Pilgerheim Weltersbach dafür ausgeben.

Nun sei es an der Zeit, befanden die Verantwortlichen des Diakoniewerkes, um sich bei allen Helfern mit einem Fest zu bedanken. „Es ist eine schöne Anerkennung unserer geleisteten Arbeit“, kommentierte Löschzugführer Berger. Und am Ende konnte Geschäftsführer Joachim Noß trotz allem Unheil sogar ein positives Fazit ziehen: „Wir hatten keine Verletzten. Und wieder einmal wurde deutlich, dass die Menschen entgegen aller Vorurteile in der Not doch eng zusammenstehen und dann ihre enorm große Solidarität und Hilfsbereitschaft zeigen.“

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