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Oktoberfest in Leichlingen neu aufgelegt

Neuer Veranstalter in Leichlingen : Über 1000 Menschen feiern neues Oktoberfest

Nach längerer Pause gab es in diesem Jahr wieder ein Oktoberfest in Leichlingen. Der neue Veranstalter war mit der Resonanz soweit zufrieden.

Ein Festzelt mit leicht nachgebenden Holzbodendielen, laute Stimmungsmusik und ein gutes Bier – mehr braucht der Bayer nicht, um das Leben zu genießen. Klar, dass sich diese Art auch im Rheinland besonders gut adaptieren lässt. In Leichlingen war daher am vergangenen Wochenende Zeit für ein zünftiges Oktoberfest.

Die „Grammo-Wiesn“, veranstaltet von Joshua Mers, lockten am Freitag und am Samstag insgesamt über 1000 Menschen ins Festzelt in der Balker Aue: Am Freitag fanden 400 Besucher den Weg dorthin, am Samstag noch einmal 750 - insgesamt also nicht ganz ausverkauft. „Ich bin trotzdem zufrieden“, bilanzierte Mers. Es war das erste Oktoberfest, das er auf die Beine gestellt hat. „Das war eine ganz spontane Aktion“, erzählte er am Rande des Partylärms und der feiernden Meute.

Nur etwa eineinhalb Monate hatte der junge Veranstalter Zeit, um das Fest in der Blütenstadt zu organisieren. Die hatte ihm die Genehmigung erst relativ spät erteilt. Bei seinem Debüt, so sagt er, wolle er „etwas Geiles abliefern“. Gemessen an den tanzenden und lachenden Menschen ist ihm dieses Vorhaben offenbar gelungen. 

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Heiko Henkels und Andreas Breidenbach von der Feuerwehr machten sich mit einer Gruppe aus neun Leuten eine gute Zeit. Beide haben die zwei großen Vorbilder der Leichlinger Ausgabe besucht: Henkels war auf den Cannstatter Wasen, Breidenbach auf den Wiesn in München. Die Männer lobten die Stimmung in der Blütenstadt, Henkels betonte aber auch: „Im Rheinischen kannst du kein Oktoberfest feiern wie in Bayern.“ Und Kollege Breidenbach stimmte ein: „Die Atmosphäre ist ganz anders, wenn man da ist. Aber fürs Rheinland ist das hier echt gut.“ Darauf hoben sie ihre Gläser.

Ganz bayrisch wollte es Veranstalter Mers ohnehin nicht halten. Klar, die offensichtlichen Traditionen wie die Lederhose und das Dirndl sind fast unerlässlich an so einem Abend – und alle Besucher kleideten sich dementsprechend. Besonders wichtig war Mers aber die Musik. Mit den „Bergvagabunden“ und „Tollhaus“ traten zwei Bands auf, die bereits Wasen- und Wiesn-Erfahrung gesammelt haben.

Eigentlich hätte Mers die „Grammo-Wiesn“ gern noch etwas größer gemacht, doch die Nachfrage war schließlich nicht so hoch wie zunächst vermutet. Der 24-Jährige führt das auf die wenig vorhandene Werbezeit und die Kurzfristigkeit zurück. Dass das Zelt schließlich etwas kleiner ausfiel, tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Spontan hatte er es sogar noch um zehn Meter verkürzen können. 
Wenn sich das Fest erst einmal herumgesprochen hat, dann lockt es sicher weitere Feierwütige an. Dass den Menschen die Lust an Oktoberfesten hierzulande vergehen könnte, glaubt Mers nicht. Er sagt: „Das kann ich mir nicht vorstellen. Die Tradition aus München mit Party, Schlager und Bier in einem Zelt, das stirbt nicht aus.“ Und so gibt es wohl auch nächstes Jahr ein Stück Wiesn in der Blütenstadt.