Leichlingen: Oktoberfest ärgert Nachbarn

Leichlingen : Oktoberfest ärgert Nachbarn

Bewohner der Straße an der Wupper haben sich bei der Stadt über das bevorstehende Oktoberfest im Zelt beschwert. Ihre Sorge: unerträgliche Lautstärke. Veranstalter Rolf Ischerland versprach am Dienstag, Rücksicht zu nehmen.

Wenn Thorsten Szadkowski sich an die "tollen Tage" im Karneval in diesem Frühjahr erinnert, wird ihm jedes Mal ganz mulmig zumute. "Unerträglich" sei das damals gewesen, berichtet der 44-Jährige: "Die Bässe von der Feier im Festzelt wummerten derart laut, dass die Fensterscheiben bei uns zu Hause richtig erzitterten."

Als Szadkowski jetzt hörte, das vom 14. bis 16. Oktober wieder ein großes Zelt im Brückerfeld aufgebaut werden soll, in dem drei Tage "Wies'n-Gaudi" herrscht, war der Ärger sofort wieder da, den er in den schlaflosen Karnevalsnächten empfunden hatte: "Ich bin Maschinenbautechniker, muss morgens um 5 Uhr aufstehen — ich habe wirklich nichts gegen das Oktoberfest", sagt er. "Die Leute sollen ja feiern, aber wir müssen verhindern, dass wieder so ein ohrenbetäubender Dauerkrach daraus wird, der einen um den Schlaf bringt."

Beim Bürgermeister beschwert

"Wir", das sind zwölf Anwohner der Straße An der Wupper, die jetzt ein Protestschreiben an die Stadt unterzeichnet haben. Szadkowskis Ehefrau war in dieser Woche mit einigen von ihnen bei Bürgermeister Ernst Müller und überbrachte ihm den Brief. Die Stadt bestätigte gestern den Eingang des Schreibens und kündigte eine genaue Prüfung an. Das Ordnungsamt sei eingeschaltet, die Genehmigung für das Oktoberfest noch nicht erteilt.

Veranstalter Rolf Ischerland bemühte sich gestern darum, die Gemüter zu beruhigen. "So etwas wie an Karneval wird sich nicht wiederholen", versprach er. "Ich muss zugeben: Das war auch mir etwas zuviel." Gemeinsam mit dem für die Beschallung des Festes Verantwortlichen Stefan Clemen habe er festgelegt, dass die Bässe beim Oktoberfest "heruntergedreht werden".

Außerdem seien Veränderungen bei den Lautsprecherboxen selbst geplant. "Anstatt alles von der Bühne aus zu beschallen, werden wir so genannte Lautsprechersatelliten an vielen Stellen im Zelt anbringen", kündigt Ischerland an: "Dann verteilt sich der Schall, und es wird insgesamt leiser."

Als problematisch sieht der erfahrene Veranstalter ohnehin nur den Freitagabend an. Da steht Disco auf dem Programm. Samstag, bei Live-Musik mit bayrischer Blaskapelle, sei die Lautstärke kein Problem. Und Sonntag beim Familienfrühschoppen gebe es eh nur Hintergrundmusik.

Für Ischerland steht fest: "Die Anwohner müssen sich keine Sorgen machen." Auch aus einem weiteren Grund: Karneval sei schon morgens gefeiert worden. Diesmal gehe es Abends erst um 20 Uhr los und um 1 Uhr sei definitiv Schluss.

Thorsten Szadkowski und seine Nachbarn hoffen, dass sich am 14. Oktober auch die Gäste an das Versprechen halten.

(RP)
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