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Leichlingen: NRW zahlt Feuerwehr-Führerschein

Leichlingen : NRW zahlt Feuerwehr-Führerschein

Der Feuerwehr fehlen zunehmend Fahrer mit dem richtigen Führerschein für größere Einsatzfahrzeuge. Nun zahlt das Land einen Zuschuss. Auch die Leichlinger Wehr wird in den kommenden Jahren davon profitieren.

Es brennt — und keiner darf das Feuerwehrauto fahren: ein Schreckensszenario. Gerade auf dem Land hat die Freiwillige Feuerwehr kaum noch Leute mit der notwendigen Fahrerlaubnis. Grund: Jahrzehntelang reichte der normale Führerschein, doch inzwischen ist ein Lkw-Führerschein Pflicht. Der ist teuer, für junge Feuerwehrleute zu teuer.

Um das Ehrenamt zu fördern, sollen Feuerwehrleute und Katas- trophenschützer künftig eine finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie einen Führerschein der Klasse C 1 für größere Einsatzfahrzeuge machen. Das Land stellt dafür fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Hillbrenner begrüßt Zuschuss

Leichlingens Stadtbrandinspektor Ronald Hillbrenner begrüßt die Zuschussregelung für einen regulären Zusatzführerschein, der auch außerhalb der Einsätze genutzt werden kann. "Gerade in ländlichen Gegenden wie der Eifel ist der Zuschuss von Vorteil", sagt Hillbrenner. Dort verfüge die Freiwillige Feuerwehr meist über kleinere Fahrzeuge.

Auch Leichlingen werde in den kommenden Jahren von der Zuschuss-Regelung profitieren. "Wir haben derzeit überwiegend Fahrzeuge mit einem Gewicht von zwölf und 15 Tonnen. Wir werden aber in den nächsten Jahren wieder kleinere Fahrzeuge anschaffen", sagt Hillbrenner. Diese reichten im Sinne der Einsatz-Taktik aus. Um sich hinters Steuer der großen Einsatzfahrzeuge zu setzen, benötigen die Wehrleute einen Lkw-Führerschein. "Der kostet rund 2000 Euro und wurde in der Vergangenheit von der Stadt bezahlt", berichtet Hillbrenner. Mehr als 50 Prozent der 150 ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Leichlingen seien im Besitz eines Lkw-Führerscheins.

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Seit 1999 gilt die Fahrerlaubnis Klasse 3 für neue Führerscheininhaber nur noch für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Die Folge: Junge Fahrer bei Freiwilligen Feuerwehren und Katastrophenschutz dürfen die Fahrzeuge nicht mehr lenken. Das Problem für die Feuerwehr ist, dass viele Einsatzfahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen wiegen. Es zeichnet sich somit ab, dass künftig zunehmend Fahrer fehlen.

Kein Nachwuchsproblem

Ein Nachwuchsproblem habe die Leichlinger Wehr derzeit nicht. "Wir übernehmen in den kommenden fünf Jahren 16 junge Leute in die Einsatzabteilung." Mit Blick aufs Ehrenamt sagte Leichlingens Stadtbrandinspektor Ronald Hillbrenner: "Schwer zu sagen, ob der Zuschuss das Ehrenamt fördern wird."

(RP/rl)