Leichlingen: Noch keine Spur vom Hochhaus-Brandstifter

Leichlingen: Noch keine Spur vom Hochhaus-Brandstifter

Diesmal war es zwar nur ein Altkleidercontainer - aber wieder ein offensichtlicher Fall von Brandstiftung. Die Polizei ist ratlos.

Zwar nur ein vergleichsweise kleiner Fall von offensichtlicher Brandstiftung im Gegensatz zu dem Kellerbrand im Hochhaus Am Büscherhof, aber wiederum in Leichlingen: Am Montagabend wurde im Brückerfeld ein Altkleidercontainer allem Anschein nach mutwillig in Brand gesetzt. Zu schaden kam zwar niemand, aber Polizei und Feuerwehr sind nun alarmierter denn je, was das Thema Brandstiftung in Leichlingen anbelangt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Rhein-Berg nach dem oder den Tätern, die im Hochhaus Am Büscherhof 2 in der Nacht auf den 28. Dezember an zwei weit auseinander gelegenen Stellen im Keller Brandherde entfachten, haben noch kein Ergebnis erbracht. Es liegen laut Polizeisprecher Peter Raubuch zwar ein bis zwei Zeugenhinweise vor, denen die Ermittler auch nachgegangen seien. Eine heiße Spur und so etwas wie ein Täterprofil gebe e aber noch nicht. "Wir hoffen darauf, dass jemand, der doch etwas weiß, den Mut findet und sich bei uns meldet", sagt Raubuch und fügt aus Erfahrung hinzu: "Es ist zwar schwierig, Brandstifter zu ermitteln, es ist aber nicht unmöglich."

In der Vergangenheit seien immer mal wieder Brandstifter gefasst worden, darunter allerdings auch "der Klassiker", wie Raubuch es nennt: "Ich erinnere mich an einen Fall aus Bergisch Gladbach, bei dem ein Feuerwehrmann oder zumindest ein Ehemaliger auch selbst der Brandstifter war." Die Polizei sehe aber keinen Täter-Zusammenhang zwischen der schweren Brandstiftung im Hochhaus und den vergleichsweise kleinen Fällen das ganze vergangene Jahr über.

Brandstiftung am 5. Januar: "nur" ein Altkleidercontainer (l.) im Brückerfeld. Schwere Brandstiftung: in der Nacht auf den 28. Dezember im Keller des Hochhauses Am Büscherhof 2. Die Täter werden noch gesucht. Foto: Michael Kiesewalter
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Der Leichlinger Feuerwehr-Chef Ronald Hillbrenner verhehlt seine Sorge nicht, die ihn angesichts der bis dato ungeklärten Fälle von Brandstiftung in der Stadt, umtreibt: "Ich mache mir ernsthafte Sorgen, weil es jemanden in der Stadt geben muss, dem es offensichtlich egal ist, wenn er oder sie Menschenleben gefährden." Die Evakuierung aller Bewohner des Hochhauses habe zwar glücklicherweise ohne größere Verletzungen vonstattengehen können: "Der Grad war aber ganz schmal", verdeutlicht der Feuerwehrchef. Er nennt den Grund: Da in dem Haus bereits vor dem Brand an Kabelschächten gearbeitet worden sei, hätte das Feuer in Windeseile bis in die obersten Geschosse des siebenstöckigen Hochhauses dringen können. "Entweder hat der Brandstifter die Tragweite seines Handelns nicht erfasst, oder es war ihm oder ihr tatsächlich egal", sorgt sich Hillbrenner. Die eigentliche Gefahr bei einem solchen Brand sei die Tatsache, dass lebensgefährliches Kohlenmonoxid, das man nicht sieht, riecht oder schmeckt, schon vor der eigentlichen Brandentwicklung freigesetzt werde. "Deshalb bringen wir Menschen, die Rauchgase eingeatmet haben, auch immer ins Krankenhaus", betont der Feuerwehr-Chef. Auffällig sei übrigens bei den durch Brandstiftung entstanden Feuern in Leichlingen, dass die Wehr fast immer Brandbeschleuniger finde: "Vielleicht hilft der Zufall bei der Ermittlung des Brandstifters, wenn zum Beispiel jemand regelmäßig im Winter größere Mengen Grillanzünder kauft", meint Hillbrenner.

Hinweise von Zeugen zum Brand in der Nacht auf den 28. Dezember Am Büscherhof 2 erbittet die Polizei unter Tel. 02202 2050 sowie auch zur Brandstiftung gestern am Montag gegen 17.30 Uhr im Brückerfeld. Es wurden zwei Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren mit dunkler Kleidung gesehen.

(RP)
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