Neues Fachgeschäft für Rindfleisch in Leichlingen

Metzgertraum in Leichlingen: "Fleischkultur" - Treff für Genießer

Mit seinem neuen Fachgeschäft für Rindfleisch hat sich der gelernte Metzger Frank Wolf einen Traum erfüllt. Neben hochwertigem Färsenfleisch bietet der 63-Jährige auch Weine, Gewürze, Öle und eigene Pesto-Kreationen an.

Das Fleisch bekommt er von einem ausgesuchten Schlachthof in Cuxhaven, für sein Pesto pflückt er auf Rügen auch schon mal selbst die Zutaten: Frank Wolf hat sich in Leichlingen mit seinem neuen Geschäft "Fleischkultur & Beiwerk" einen Traum erfüllt. In seiner "Steakmanufaktur" in der Brückenstraße 5 - etwas versteckt in zweiter Reihe im "Haus im Hof" - verkauft er seit kurzem hochwertiges Rindfleisch, dazu Weine, Gewürze, Öle, Messer aus Solingen und natürlich besagtes Pesto.

Ursprünglich hat der 63-Jährige das Fleischerhandwerk von der Pike auf gelernt, in den letzten Jahrzehnten aber im Management in der Fleischindustrie gearbeitet. In seinem kleinen Laden in der Leichlinger Innenstadt legt er sich nun fast ausschließlich auf Färsenfleisch aus Deutschland fest. "Wir brauchen eine neue Fleischkultur - lieber weniger und dafür qualitativ hochwertiger essen", erklärt er sein Konzept. Das Umdenken habe in den Köpfen vieler Verbraucher bereits begonnen, meint Wolf, deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt für das neue Angebot.

Eine klassische Frischfleischtheke gibt es bei Wolf nicht: Große Stücke hängen bei ihm im Dry Ager, einem Kühlschrank, in dem das Fleisch viele Wochen lang reift, weitere sind bereits portioniert und vakuumiert. "Ein gutes Steak braucht Zeit", sagt er, "auch bei der Zubereitung." Und die vermittelt er seinen Kunden ab Juni in sogenannten Genusstrainings, Seminaren für sechs bis zwölf Personen. Seinen Herd hat er sich mitten im Raum einrichten lassen, um für die Präsentation genug Platz zu haben und den Teilnehmern die richtigen Einblicke zu geben. "Wir optimieren ihr Fachwissen und ergänzen es durch unser Know-how", gibt er die Devise aus, was die Kunden bei ihm lernen können.

Dabei soll es nicht nur darum gehen, wie man Fleisch gekonnt zubereitet. Erzählen wird er auch etwas über Rinderrassen, die verschiedenen Fleischstücke über Roastbeef, Filet und Entrecote hinaus, über die passenden Gewürze und Weine. Letztere hat er sich extra von einem Sommelier zusammenstellen lassen. Alles andere macht er selbst. Dabei lässt er eine Kochtechnik wiederaufleben, die manch einer bestenfalls aus Großmutters Zeiten kennt: das Einwecken. Die frischen Zutaten erhitzt er direkt im Glas in einem Topf, verschließt sie luftdicht und macht sie damit haltbar. "Die Kunden können künftig Suppenfleisch kaufen, aber auch Gulasch, Bolognese-Sauce, Königsberger Klopse oder Chili con Carne", beschreibt Wolf seine Einweck-Pläne. Was er außerdem anbieten wird, hängt auch von den Wünschen seiner Kunden ab. Vor allem sollen die eingeweckten Gerichte weder Zusatzstoffe noch Allergene enthalten. Seine persönliche Messlatte hängt Frank Wolf hoch: "Bei mir haben die Käufer die Garantie, immer gutes Fleisch zu bekommen."

(inbo)