Leverkusen: Neuer Soma-Chef mit Fokus auf Geriatrie

Leverkusen : Neuer Soma-Chef mit Fokus auf Geriatrie

Ramon Braun hat jetzt die Soma-Apotheke von seinen Eltern übernommen. Er hat neben seinem Studium auch eine Ausbildung in geriatrischer Pharmazie. Durch Medikamentenanalyse versucht er, die verträglichsten Mittel zu finden.

Der neue Chef der Soma-Apotheke in Witzhelden ist 28 Jahre jung und eigentlich schon seit seinem fünften Lebensjahr "im Geschäft". Als Sohn von Dr. Gisela und Dr. Ulrich Braun hat Michael Ramon von Kindesbeinen an in der Apotheke geholfen, dort als Jugendlicher sein erstes Geld verdient. Nach dem Studium der Pharmazie an der Bonner Friedrich-Wilhelms-Universität, dem praktischen Jahr in Apotheken in Berlin und Köln, kehrte er mit den dritten Staatsexamen heim und arbeitet bereits seit 2011 in der Soma-Apotheke mit. Einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit "im Heilberuf!", wie Ramon Braun ausdrücklich betont, liegt auch in der geriatrischen Pharmazie. Er hat eine Zusatzausbildung in diesem Fachbereich absolviert und sieht darin auch ein Alleinstellungsmerkmal in der durchaus hart umkämpften Apotheken-Landschaft.

Vater und Mutter, bei 72 Jahre alt, verdeutlichen sich den Generationswechsel auch optisch: "Neuanfang!", steht in großen Lettern auf einem Schild an der Tür vom Privatbereich in den Geschäftsraum: "Wir halten uns im Hintergrund bereit", sagt Ulrich Braun, der auch weiterhin Vertrauensapotheker des Rheinisch-Bergischen Kreises bleibt. Und Ramon Braun, der neue Chef über acht Mitarbeiter und zwei Auszubildende, setzt auf die Erfahrung seiner Eltern, die 45 Jahre Apotheker und 35 davon in Witzhelden waren.

In seinem besonderen Augenmerk auf die geriatrische Pharmazie hat sich Ramon Braun auch bereits an dem Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung, der Apothekerkammer und der AOK Rheinland/Hamburg beteiligt, die im Pilgerheim Weltersbach Medikamentenanalysen bei einigen Patienten vorgenommen haben. Denn im Alter nähmen viele Menschen regelrechte Medikamenten-Cocktails zu sich, beobachten die Brauns. Gerade deshalb komme es auf eine gute Analyse gerade auch des Apothekers an, welche Wechselwirkungen die unterschiedlichen Medikamente vor allem bei längerem Gebrauch mit sich bringen. Die Beratung nach einer solchen Analyse ziele dann darauf ab, die am besten verträglichen Medikamente mit den möglichst geringsten Nebenwirkungen für die Patienten zu finden, erläutert Ramon Braun.

Dazu führt er die von seinen Eltern erfolgreich begonnene Gesundheitskarte fort, in der mittlerweile mehr als 40 Prozent der Stammkunden freiwillig sämtliche Medikamente dokumentieren lassen, die sie mit, aber auch ohne Rezept einnehmen. "So kann der Apotheker den Hausärzten wichtige Informationen geben. Deshalb haben wir seit Jahrzehnten ein partnerschaftliches Verhältnis zu den Hausärzten", betont Ulrich Braun. Der Gedanke, zur Heilung der Patienten beizutragen, und nicht einfach nur, möglichst viele Medikamente zu verkaufen, sei so etwas wie ein Familienerbe: "Wir sind alle Heilberufler aus Leidenschaft", sagen die Eltern und Sohn Ramon.

Dabei machen es die gesetzlich vorgeschriebene Pauschale pro verkaufter Medikamentenpackung den Apothekern aber schwer. "Wir reden eigentlich gegen unseren Umsatz", verdeutlicht Ulrich Braun die Misere. Denn die Kunden qualifiziert zu beraten, müsse auch immer bedeuten, von dem ein oder anderen Medikament abzuraten oder eben eine Umstellung zu empfehlen.

(RP)
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