Leichlingen: Neuer Eigentümer saniert "Cremers Weiden"-Häuser

Leichlingen: Neuer Eigentümer saniert "Cremers Weiden"-Häuser

Ein "Sorgenkind" seien die Mietshäuser auf den "Cremers Weiden" lange Zeit für die Stadt gewesen, gab Bürgermeister Ernst Müller zu. Umso mehr Hoffnung setzte die Stadt nun in den neuen Eigentümer der 366 Wohneinheiten in bester Innenstadtlage. Die Deutsche Invest Immobilien (d.i.i.) ist der neue Eigentümer der Wohnhäuser, die aus den 1960er Jahren stammen und allesamt einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen.

Nicht zuletzt deshalb ist der Leerstand mit 80 Wohnungen derzeit auch hoch. Ein umfangreiches Sanierungskonzept stellten d.i.i.-Prokurist Thomas Settelmayer und Baumanagerin Annette Leidenfrost am Mittwoch im Rathaus vor.

Saniert werden demnach zuerst die leerstehenden Wohnungen und dann sukzessive über die nächsten Jahre die Wohnungen, die frei werden, kündigten die d.i.i.-Sprecher an. Die Kaltmieten für die komplett sanierten Wohnungen sollen dann von jetzt 4,20 bis 5,80 Euro pro Quadratmeter auf 6,20 bis 6,80 Euro steigen. Bereits ab 1. Juni sollen die ersten schon sanierten Wohnungen vermietet werden. Die Altbestände an bewohnten Einheiten sollen nur bei Reparaturbedarf saniert werden.

Umgelegt werden aber die Kosten für Modernisierungen der Heizanlagen und der Außenbereiche der Wohnungen, so dass auch die "Altbewohner" mit Mieterhöhungen rechnen müssen. Über die Höhe könne man aber noch keine Angaben machen, da die Investitionen noch durchgeplant werden müssten: "Es wird aber keine Luxussanierungen geben", versprach Settelmayer. Auch über eine genaue Investitionssumme für die komplette Sanierung der Häuser könne man noch nichts sagen: "Die wird wohl im mittleren siebenstelligen Bereich liegen", meinte Settelmayer.

1971 war die Siedlung "Cremers Weiden“ fertiggestellt, wie diese Luftaufnahme aus dem Stadtarchiv es zeigt. Foto: sammlung stadtarchiv
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Die d.i.i. rechne aber damit, dass die Mieter durch eine neue Energieversorgung bis zu 35 Prozent Heizkosten einsparen werden und damit ein Teil der Mieterhöhungen wieder aufgefangen würden. Zudem sollen laut Leidenfrost auch einige modernisierte Wohnungen zum Kauf angeboten werden. Dazu sollen sich besonders gut solche Einheiten eignen, die durch Aufstockung der bis dato zweigeschossigen Häuser zu Maisonette-Wohnungen ausgebaut werden.

"Ihren" bisherigen Hausmeister sollen die Mieter als ersten Ansprechpartner vor Ort behalten. Die Hausverwaltung hat in Düsseldorf ein Büro. Generell wickelt die d.i.i. die Hausverwaltung über die Firma Immeo in Oberhausen ab. Für den Bürgermeister ist es wichtig, dass der neue Eigentümer der "Cremers Weiden" eine langfristige Bestandsentwicklung zusichert. "Wir sind keine Immobilien-Heuschrecken", verdeutlichte Settelmayer am Mittwoch und spielte damit auf unseriöse Investoren an. In diesem Jahr sei daher in den Bauten sowie in deren Außenanlagen eine ganzheitliche Modernisierung vorgesehen, wobei zunächst auf die Neugestaltung der veralteten Bäder wert gelegt werde: "Auf die Bäder schauen Mietinteressenten immer zuerst", wissen die Immobilien-Fachleute.

(gt)