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Leichlingen: Neuer Anlauf zum Bahnhofs-Verkauf

Leichlingen : Neuer Anlauf zum Bahnhofs-Verkauf

Der Besitzer des Leichlinger Bahnhofsgebäudes hat das Objekt jetzt nach einer längeren Pause wieder zum Verkauf angeboten. Zu geänderten Bedingungen: Unter anderem muss der Pächter des Veranstaltungssaals gehen.

Für die Dauer der Umbauarbeiten am Leichlinger Bahnhof hatte Stephan Otto sein Verkaufsangebot aus allen Immobilienverkaufs-Plattformen im Internet herausgenommen. Seit kurzem ist das Leichlinger Bahnhofsgebäude bei "Immobilienscout 24" jedoch wieder zu finden.

Mit dem Umbau-Ende sei ein wesentlicher Hinderungsgrund für einen Verkauf weggefallen, sagt der Kölner Diplom-Ingenieur, dem das denkmalgeschützte Gebäude von 1880 seit dem Jahr 2000 gehört. Außerdem haben sich weitere Bedingungen verändert, die es einem möglichen Interessenten leichter machen sollen, sich dafür zu entscheiden:

- Ärgernis Alte Schalterhalle Zum Oktober lässt Otto den Vertrag mit dem derzeitigen Pächter auslaufen. Immer wieder war es bei diversen Partys dort zu Ausschreitungen gekommen: Allein 2012 registrierte die Polizei 48 Einsätze im Bereich des Bahnhofs. Zwölf Mal rückten die Beamten wegen Ruhestörung aus, acht Mal wegen Körperverletzung. Bei den anderen Delikten habe es sich unter anderem um Streitereien und Diebstähle gehandelt. Jetzt soll der Saal der benachbarten Gaststätte angeboten werden, die gut und vor allem reibungslos läuft.

- Ausstattung Es gibt vier Wohnungen, davon sind drei saniert, nur das Dachgeschoss links ist noch renovierungsbedürftig. Alle Gewerbeeinheiten sind saniert, in gutem Zustand und vermietet. Die monatlichen Mieteinnahmen belaufen sich Otto zufolge auf 4460 Euro.

- Kiosk Auch der neu eröffnete Kiosk von Sabine Fritsch ist gut angelaufen. Die Betreiberin, die gemeinsam mit ihrem Mann im Januar 2012 das Café Büchel übernommen hatte, verkauft in dem Ladenlokal im Bahnhofsgebäude nicht nur leckere Backwaren, sondern auch Fahrkarten.

"An dem Gebäude ist soweit alles in Ordnung, und auch das Umfeld stimmt jetzt wieder", sagt Besitzer Otto, der 925 000 Euro als Kaufpreis angesetzt hat. "Darunter gebe ich den Bahnhof nicht ab", sagt der Immobilienunternehmer, der das Gebäude als "Exoten" in seiner Angebotspalette bezeichnet, der nicht so recht hineinpasst: "Tatsache ist aber auch, dass ich nicht auf einen Verkauf angewiesen bin." 2010 habe er das Objekt schon einmal vergeblich angeboten - jetzt wolle er es einfach mal wieder versuchen.

Weitere Daten zum Leichlinger Bahnhof:

- Zimmer 20

- Wohnfläche rund 763 Quadratmeter

- Grundstücksfläche etwa 663 Quadratmeter

- Haustyp Besondere Immobilie

- Nutzfläche etwa 750 Quadratmeter

- Etagenanzahl drei

- Anzahl Garage/Stellplatz 25

Architekt zu sein, bedeutet für Stephan Otto, Neues zu schaffen und Wertvolles zu bewahren. Dabei sei jedes Projekt so individuell wie die Wünsche des Auftraggebers und Bauherrn, betont der Kölner Unternehmer.

Seit mehr als 20 Jahren entwickelt Stephan Otto seine eigene Architektursprache, die seiner Auffassung zufolge ein Spiegel des Objekts selbst ist: "Darin fließen Lage und spätere Nutzungskonzepte ebenso ein wie Materialauswahl und der individuelle Stil des Eigentümers", betont er.

Manchmal müsse das Alte dem Neuen weichen, beispielsweise dann, wenn Otto bundesweit neue Wohn- und Geschäftshäuser entwirft oder damals, als er unter anderem die Ausführungsplanung für die Kölner Messe übernommen hatte.

Otto selbst betont aber, heute fasziniere ihn zunehmend die zeitgemäße Interpretation von historischer Bausubstanz in Form von Sanierung und Umnutzung denkmalgeschützter Objekte: "Nicht das technisch Machbare ist entscheidend, sondern immer die tatsächlichen Bedürfnisse künftiger Nutzer. Nur daraus entstehen letztlich Wert und Würde einer Immobilie."

Zum Leichlinger Bahnhof kam Stephan Otto dennoch "wie die Jungfrau zum Kinde", wie er sagt. Ursprünglich mit zwei Partnern gestartet, blieb das Objekt am Ende in seinem Bestand und sorgte für Aufs und Abs. Vielleicht ist es Otto gerade deshalb ans Herz gewachsen.

(RP)