Leichlingen: Neue UWG fordert Verkehrsentwicklungsplan

Leichlingen : Neue UWG fordert Verkehrsentwicklungsplan

Neuer Name, neues Fraktionsmitglied, aktuelles Thema: Die Ratsfraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft Leichlingen (UWG) führt seit Anfang des Monats den Zusatz Freie Wähler (FW) im Namen. Außerdem hat sie seit 1. November ein neues Mitglied. Ratsherr Stefan Clemen, vor gut einem Jahr aus der CDU-Fraktion und im Laufe dieses Jahres auch aus der Partei ausgetreten, gehört nun der damit auf vier Personen angewachsenen Fraktion der FW-UWG an.

"Ich fühle mich hier gut aufgehoben", sagte Clemen am Freitag. Er hoffe, dort wichtige Leichlinger Themen vorantreiben zu können. Bei der kommenden Kommunalwahl wird er deshalb für die FW-UWG im Wahlkreis 4 (Bauhof/Stockberg) antreten, in dem er noch vor fünf Jahren ein Direktmandat für die CDU gewonnen hatte.

Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten will der Verein nicht aufstellen, sondern mit anderen Parteien einen gemeinsamen Bewerber unterstützen. "Das Tuch mit der CDU ist an der Stelle sicherlich zerschnitten. Für alles andere sind wir offen", sagte der FW-UWG-Fraktionsvorsitzende Hermann Terjung. Mit seinem ersten Fraktionsantrag meldet sich Stefan Clemen derweil auf der lokalpolitischen Bühne zurück: "Die Fraktion der FW-UWG beantragt im Stadtrat, ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines Verkehrsentwicklungsplans für das gesamte Stadtgebiet Leichlingens zu beauftragen. Hierzu sind in einem ersten Schritt Angebote einzuholen, aus denen Umfang und Kosten der Studie detailliert hervorgehen", schreibt er an den Bürgermeister.

Staus, Parkplatznot, fehlende Radwege und eine unzureichende Vernetzung des Öffentlichen Personennahverkehrs sorgten dafür, dass viele Leichlinger mit der Verkehrssituation unzufrieden seien. Als konkretes Beispiel nannte Clemen die "verpeilte Verkehrsplanung" am Bahnhof: "Noch nicht einmal die Fußgänger kommen über den oftmals geschlossenen Bahnübergang und verpassen so ihren Zug".

Deshalb fordere die FW-UWG-Fraktion ein Gesamtkonzept und nicht weiteres Stückwerk, wie beispielsweise bei der Erschließung neuer Wohngebiete, ergänzte Hermann Terjung. Auch die Tatsache, dass Verkehrsgutachter in Leichlingen immer wieder zu dem Ergebnis kommen, dass die Situation gut sei, stimmt die Ratsmitglieder nicht zufrieden. "Die Untersuchungen legen deutschlandweit einheitliche Kriterien zugrunde. Die Menschen ziehen aber nicht aufs Land, um auch hier wieder im Stau zu stehen". Um die Verkehrssicherheit langfristig zu sichern, hält die FW-UWG auch sechsstellige Konzeptionskosten nicht für zu hoch.

(inbo)