Leichlingen: Netzwerk nimmt Demenz etwas von ihrem Schrecken

Leichlingen : Netzwerk nimmt Demenz etwas von ihrem Schrecken

Demenzerkrankte leben in ihrer eigenen Welt,und zu der finden andere Menschen, selbst nahe Angehörige nicht immer Zugang. Wer einmal Symptome, die bei einer Demenz auftreten und die Gefühle, die ein Demenzerkrankter alltäglich erlebt, selbst erfahren und nachempfinden wollte, der konnte dies in Ansätzen am vergangenen Samstag im Brückerfeld tun.

Ein Demenzparcours gewährte Gesunden einen kleinen Einblick in diese Welt. Beim ersten Leichlinger Demenztag, zu dem das Leichlinger Netzwerk Demenz eingeladen hatte, gab es aber noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Pflegedienste, Therapeuten, Arztpraxen, Kliniken, Sozialeinrichtungen aller Art und viele Teilnehmer mehr boten Betroffenen und ihren Angehörigen, aber auch all jenen, die sich frühzeitig über das Thema informieren wollten, ein breites Spektrum an Ansprechpartnern.

"Unser Netzwerk funktioniert"

Die am häufigsten gestellte Frage nannte Hilde Cordes, eine der Vernatwortlichen des Planungsteams gestern auf Anfrage noch einmal: "An wen kann ich mich wenden, wenn ich Demenzsymptome bei einem Angehörigen bemerke?"

Darauf waren die Mitglieder des Leichlinger Netzwerks Demenz bestens vorbereitet. "Unser Netzwerk funktioniert — wir können die Betroffenen wirklich auffangen und ihnen ein Teil der Belastung nehmen, die eine solche Diagnose natürlich immer mit sich bringt", berichtete Hilde Cordes.

Gleichwohl wehren sie und ihre Mitstreiter sich gegen die vor allem in Zuge der öffentlich diskutierten Alzheimer-Erkrankung des ehemaligen Fußballmanagers Rudi Assauer immer wieder geäußerte Annahme, das Leben sei mit solch einer Dignose praktisch zu ende.

"Das stimmt definitiv nicht", betont Cordes. Das versuche auch das Netzwerk immer wieder deutlich zu machen. Am Samstag gelang dies unter anderem mit diversen Fachvorträgen im Bürgerhaus — aber auch jeder Menge Gesprächen an den Info-Ständen im Brückerfeld.

Dem ersten erfolgreichen Demenztag könnten weitere Folgen. Die erste Anschluss-Veranstaltung steht schon fest: Am 20. September wird es einen Demenzlauf über eine Marathon-Distanz geben, bei dem jeder im eigenen Tempo ein Stück des Weges oder ganz mitmachen kann. Auch das Altenzentrum Hasensprungmühle wird angelaufen.

(RP)