Musikschule Leichlingen tritt in der Aula Am Hammer auf

Musikschule lädt ein : Im Märchenwald haben die Frauen das Sagen

Die Tanzabteilung der Musikschule präsentiert am Wochenende ihr neues Bühnenstück. Es geht um die Emanzipation im Märchen.

Im Märchenwald ist die Emanzipation ausgebrochen: Die Prinzessinnen wollen keine Frösche mehr küssen, und ans Heiraten denken sie erst gar nicht. Während die unabhängigen Burgtöchter nach Abenteuern Ausschau halten, suchen die Königssöhne das Weite. Selbst ist die Frau. Nur Prinz Leon ist geblieben. Was das für Konsequenzen hat und welchen Herausforderungen sich Leon stellen muss, zeigen 60 Kinder und Jugendliche der Tanzabteilung der Musikschule am kommenden Wochenende.

Die Geschichte verbindet Inhalte klassischer Märchen übertragen auf unsere heutige Zeit. Die Idee dazu haben Theaterpädagogin Dagmar Rösch und die schuleigenen Tanzlehrerinnen gemeinsam entwickelt. „Wir wollen dabei aber keineswegs politisch sein oder beziehen uns auf die vergangene MeToo-Bewegung“, betont Sabrina Wöhler, eine von insgesamt fünf Tanzlehrerinnen des Hauses. „Es geht schlicht um die Emanzipation im Märchen“, sagt Rösch, die in den letzten Zügen der Probearbeit nun alle Gruppen und Szenenbilder zu einer Einheit verschmelzen muss.

Keine leichte Aufgabe, wie sich bei einer der ersten Proben in der Aula zeigt. Ein Jahr lang haben die verschiedenen Gruppen im Alter zwischen vier und 19 Jahren die Choreografien geübt und unter den sorgsamen Blicken ihrer Tanzlehrerinnen Sabrina Wöhler, Bianca Xavier de Mendonça, Laura Trompetter, Miriam Pilgram und Nora Johanne Neumann einstudiert. „Jetzt ist es das erste Mal, dass wir die Bühne nutzen können und auch die Arbeit der anderen Gruppen sehen“, erklärt Wöhler.

Die Anspannung und Nervosität vor der bevorstehenden Premiere, ist den Erwachsenen im Saal durchaus anzumerken. Die Kinder jedoch sind weiterhin entspannt. Auch der 18-jährige Felix Wolf, der die Hauptrolle des Prinzen Leons verkörpert, scheint gelassen. Es ist nicht seine erste Aufführung, auch nicht als Hahn in Korb. Seit 13 Jahren ist er innerhalb der Tanzabteilung der Musikschule aktiv und auch wenn sich der Hobby-Tänzer und Schauspieler an seine Stellung gewöhnt hat und mit den vielen Mädels gut klarkommt, „wäre es doch schön, wenn noch mehr Jungs dazu kommen würden“.

Auf eine Szene, verrät Felix dann, freue er sich am meisten. „Da gibt es diesen einen Moment, wo ich von den Mädels getragen werde.“ Ob sich das Blatt für den einzigen Prinzen im Land noch wenden wird, ob die Prinzessinnen ihn nicht doch noch fallen lassen und wie das Märchen am Ende ausgeht, erfahren die Zuschauer bei den beiden Aufführungen am kommenden Samstag und Sonntag um 15 Uhr in der Aula Am Hammer.

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