Leichlingen: Mobilstation: Umsteigen leicht gemacht

Leichlingen : Mobilstation: Umsteigen leicht gemacht

Die Menschen im Kreis sollen ihre Autos künftig öfter mal stehenlassen und alternative Verkehrsmittel benutzen. An drei geplanten Mobilstationen können sie sich beispielsweise Pedelecs ausleihen oder ihre Räder sicher abstellen.

Raus aus dem Auto und rauf aufs (Elektro-)Fahrrad, ins Car-Sharing-Auto, in den Bus oder in die Bahn. Flexibel, sicher und zuverlässig. Das ist das Ziel sogenannter Mobilstationen, die künftig das Umsteigen zwischen möglichst vielen verschiedenen Verkehrsmitteln einfacher und den Individualverkehr straßenverträglicher machen sollen — auch in Leichlingen: "Unsere Straßen sind voll. Deshalb müssen wir andere Wege finden", betont Bürgermeister Frank Steffes.

"Langfristig soll es in ganz NRW solche Mobilstationen im einheitlichen Design geben. Wir im Rheinisch-Bergischen Kreis sind ganz vorne mit dabei und haben erfolgreich am Förderaufruf teilgenommen", sagt Larissa Weiland vom Stadtplanungsamt, die das Projekt betreut und nun in den Ausschüssen für Stadtentwicklung und Verkehr vorgestellt hat. 58 Bewerber hatten auf den Förderaufruf reagiert, der Kreis wurde als einer von zwölf Bewerbern ausgewählt.

In Leichlingen und Witzhelden sind drei Mobilstationen geplant. "Dort wollen wir möglichst viele Verkehrsmittel verknüpfen", sagt die Mobilitätsmanagerin. Losgehen soll es am Bahnhof, an dem künftig eine digitale Info-Stele die aktuellen Fahrpläne und den Stadtplan anzeigen soll. Hinzu kommen ein Car-Sharing-Standort, abschließbare Fahrradboxen mit Ladestation und ein Pedelec-Verleih mit fünf Rädern. Auch eine Mitfahrbank soll es dort geben, auf der sich Fahrer und mögliche Mitfahrer treffen können. Die vorhandenen Parkflächen sollen vergrößert werden. "Die Parkplätze werden jetzt schon intensiv genutzt", so Weiland. Deshalb plant die Stadt, ein angrenzendes Grundstück zu kaufen. Zwei weitere Info-Stelen werden die Busbahnhöfe in Leichlingen und in Witzhelden als Mobilstation ausweisen. An beiden Standorten werden Fahrradboxen mit Stromanschluss gebaut. In Leichlingen gibt es außerdem eine Mitfahrbank für Anhalter, in Witzhelden einen Pedelec-Verleih mit fünf Rädern.

"Wir wollen eine Mobilitätsoffensive für den Kreis", kündigte Kreis-Planungsdezernent Gerd Wölwer im Ausschuss an. "Die Mobilstationen sind ein Teil davon. Die Standorte sind sofort wiederzuerkennen und signalisieren: Hier komme ich gut an und auch wieder weg!"

Und zwar im besten Fall so oft wie möglich mit dem Rad und nicht im eigenen Auto. "Wir wollen die Menschen aus den Autos rausholen." Eine weitere Idee für eine umweltfreundliche Mobilitätsoffensive sind beispielsweise schnelle, regionale Fahrradrouten. "Wir setzen auf eine ganzheitliche Strategie für den Kreis unter Einbezug aller Verkehrsmittel." Die Mobilstationen mit ihrem Bausteinsystem seien dafür ideal.

Eigentümer der Mobilstationen sollen die Kommunen sein, allerdings soll es einen einzigen Betreiber für den Kreis geben. Es gibt auch schon einen Fahrplan, ab wann die Pendler an den Mobilstationen umsteigen können. Gestern wurde der entsprechende Förderantrag abgegeben. Wenn die genauen Förderquoten bekannt sind — erwartet werden 80 bis 90 Prozent — können Aufträge erteilt werden und 2019 die erste Mobilstation errichtet werden

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