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Mehr Zeiten zum Schwimmen im Quellenbad

Dank Hilfe aus Leichlingen : Leichlinger Bademeister helfen im Bergischen aus

Zwei ausgeliehene Mitarbeiter des Blütenbads sorgen mit dafür, dass das Hallenbad in Wermelskirchen ganztägig und an den Wochenenden öffnen kann.

Des einen Freud ist des anderen Leid – das Sprichwort passt perfekt zur Situation im Quellenbad. Denn dass das Wermelskirchener Hallenbad seit dieser Woche wieder ganztägig sowie an den Wochenenden die Türen öffnen kann, liegt nur daran, dass das Blütenbad in Leichlingen während der Hochwasser-Katatrophe im Juli buchstäblich abgesoffen ist.

„Als Bürgermeister Frank Steffes mir davon erzählt hat, habe ich sofort nachgefragt, ob wir deren Fachangestellte für Bäderbetriebe ausleihen können. Somit haben wir eine ‚WinWin’-Situation geschaffen, die beiden Kommunen hilft. Wir können unsere Personallücken füllen und helfen gleichzeitig dem Leichlinger Bad“, sagt Wermelskirchens Bürgermeisterin Marion Lück.

Vergangenen Freitag haben die beiden Fachangestellten für Bäderbetriebe Horst-Dieter Röhlke (38) und Simon Rosenau (31) ihre Arbeit im Quellenbad aufgenommen, wobei es für Röhlke wie eine Art „nach Hause kommen“ war. Denn: „Ich habe von 2000 bis 2003 meine Ausbildung hier in Wermelskirchen absolviert. Das Bad ist mir also sehr vertraut, und wir sind hier herzlich begrüßt worden“, erzählt der Leichlinger im Gespräch mit der Redaktion. Etwa anderthalb Jahre lang wird er nun von seinem Wohnort in Leichlingen zur Arbeit nach Wermelskirchen fahren, um im Quellenbad Beckenaufsicht zu führen und die Technik zu kontrollieren.

  • Horst-Dieter Röhlke ist einer der beiden
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Etwa solange wird es dauern, bis der Neubau des geplanten Hallenbades in Leichlingen fertiggestellt ist. Der Spatenstich für den Bau ist am heutigen Dienstag. „Wir planen, dass wir im ersten Quartal 2023 das neue Hallenbad eröffnen können“, sagt Alice Bosch, Leiterin der Leichlinger Bäder- und Beteiligungsgesellschaft auf Nachfrage. Eigentlich sei geplant gewesen, das Blütenbad während der Bauphase geöffnet zu lassen. „Aber die Schäden durch das Hochwasser sind einfach zu hoch“, sagt sie bedauernd. Der Technikkeller ist von den Fluten verwüstet worden, eine Sanierung würde mehrere Jahre dauern. Das lohnt sich nicht. „Wir werden das Blütenbad deshalb schneller abreißen, als es angedacht war“, erklärt Bosch, die fast alle Mitarbeiter des Bads an andere Kommunen ausleihen konnte.

Seit die Freibad-Saison beendet ist, arbeiten einige Schwimmmeister in Düsseldorf und Hilden sowie zwei Mitarbeiter in Wermelskirchen. „Das ist natürlich eine Erleichterung für uns, weil die Mitarbeiter weiter beschäftigt werden und sie zur Eröffnung des neuen Hallenbads aber auch zu uns zurückkommen.“

Dass die Verträge mit den ausgeliehenen Schwimmmeister nur befristet sind, ist ihr besonders wichtig, „weil der Fachkräftemangel enorm ist“, sagt sie „Wir sind auch immer auf der Suche nach engagierten Mitarbeitern und bilden auch selbst aus.

Zuletzt hatten wir drei Auszubildende bei uns im Blütenbad“, sagt Alice Bosch und bestätigt damit die Probleme, die Wermelskirchens Quellenbad hat. „Seit mehr als zwei Jahren sind wir auf der Suche nach geeignetem Fachpersonal“, erklärt Melanie Fleck, stellvertretende Badleiterin. „Der Ausbildungsberuf wird von jungen Leuten wohl nicht mehr ganz so geschätzt, weil wir auch an den Tagen arbeiten, an denen andere frei haben. Und gerne am Wochenende.“

Die Liebe zum Element Wasser habe Horst-Dieter Röhlke zu seinem Beruf gebracht, erzählt er. Wenn mit seiner Familie nicht wandert oder im eigenen Garten Obst und Gemüse anbaut, geht es ans Wasser. Töchterchen Mina (5) könne bereits schwimmen, verrät der Papa stolz, der in Leichlingen auch Schwimmunterricht gegeben hat.

Auch Wermelskirchener Kinder können nun fitter im Wasser werden, denn die Öffnungszeiten des Quellenbades sind durch die zusätzlichen Mitarbeiter wieder angepasst worden. Neben Schulklassen, die jetzt regelmäßig zum Schwimmen kommen, profitieren auch Vereine oder die Volkshochschule: „Die Kursangebote von der VHS, dem WTV und TuS können ab sofort wieder ermöglicht werden“, sagt Melanie Fleck.