Maurice Winter will Bürgermeister von Leichlingen werden

Maurice Winter : „Ich habe lieber die Spielleitung“

Maurice Winter (CDU) will Bürgermeister von Leichlingen werden. Jetzt formuliert er erste Ziele.

Er ist Fan und Mitglied von Bayern München. Warum? Als Fünfjähriger ist man halt noch leicht beeinflussbar, und Lothar Matthäus war sein Held. Inzwischen schafft es Maurice Winter nur noch drei oder vier Mal im Jahr ins Stadion der Bayern. Kein Wunder, der 32-Jährige ist Vorsitzender der CDU in Leichlingen, Mitglied in zahlreichen Vereinen wie dem Leichlinger Stadtfest, der KG Bergische Bande, dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Witzhelden und beim Blütencup. Und seit einer Woche ist er auch Bürgermeisterkandidat der CDU für die Kommunalwahl 2020 – wenn auch noch nicht offiziell abgesegnet von den Parteimitgliedern. Mehr Zeit für Besuche im Stadion ist also nicht zu erwarten.

„Sehr viele positive Reaktionen“ habe er bekommen, seit seine Kandidatur bekannt wurde, erzählt Maurice Winter am Mittwochabend, als er sich mit der stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Katharina Bischof und dem Fraktionsvorsitzenden Helmut Wagner offiziell vorstellt. Unter anderem beim Bratapfelfest und auch beim Einkaufen sei er angesprochen worden, viele hätten sich gefreut, dass jemand Junges kandidieren wird.

Aber warum möchte Winter, der in Köln bei einer Bank arbeitet, Bürgermeister werden? „Ich habe lieber die Spielleitung, ich stehe nicht gerne am Seitenrand“, sagt Winter, und weiter: „Ich möchte gestalten, etwas bewegen.“ Auch wenn dies eine große Lebensumstellung bedeute und die Zeit für ein weiteres geliebtes Hobby, das Reisen, damit noch knapper werde.

Themen, die ihm besonders wichtig sind, hat er für seine mögliche Amtszeit als Bürgermeister bereits ausgemacht. Da wären allen voran die städtischen Finanzen. „Die CDU hat gerade erst dem Etat 2020 zugestimmt, trotz des Defizits von 1,7 Millionen Euro.“ Für die Zukunft gelte es, an Stellschrauben bei freiwilligen Ausgaben wie der Musikschule oder der Bücherei zu drehen, etwa bei den Gebühren für diese Leistungen. Die Stadtverwaltung solle ein moderner Dienstleister sein, mit Blick auf den nahenden Ruhestand vieler Mitarbeiter und den Fachkräftemangel gelte es, Nachwuchs zu gewinnen und auch in der Stadt zu halten.

Die Zusammenarbeit innerhalb des Kreises will Winter stärken. „Hier haben wir Nachholbedarf, Leichlingen ist keine Insel.“ Den Beitritt zum Bündnis für Familien im Kreis habe Leichlingen verschlafen, dies sei erst jetzt und damit Jahre zu spät erfolgt. „Viele Probleme muss man in der Region lösen, beispielsweise die Verkehrsprobleme der Pendler.“ Überhaupt, der Verkehr:  Im Etat 2020 wurden Mittel für ein Verkehrskonzept und ein Straßenkataster eingestellt. „Beides sollte bereits 2014 umgesetzt werden. Hier haben wir fünf Jahre verloren.“ In Sachen Stadtentwicklung will Winter ganzheitlich denken. „Wir sehen viel zu oft nur einzelne Baumaßnahmen, oft fehlen Informationen.“ Beispielsweise das Verkehrskonzept könne diese Informationen bündeln und soll Planungen vereinfachen.

Grundsätzlich habe Leichlingen viel Potenzial. „Das müssen wir mehr herausstellen“, betont Winter. Als besonders stark und damit auch mit Strahlkraft in die Region und darüber hinaus sieht er die Landwirtschaft mit ihren elf Hofläden, den Gesundheitsstandort mit den beiden Kliniken, den starken Einzelhandel, den es weiter zu unterstützen gelte, und den Sportstandort, allen voran als Pferdestadt mit Reitställen, international bekannter Pferdeklinik und Reitsport Krämer. „Wenn wir die Marke Blütenstadt stärken, ziehen wir Kaufkraft in die Stadt und davon profitieren wir alle.“