Marc Sievert ist neuer Stadtarchivar in Leichlingen

Leichlingen : Neuer Stadtarchivar setzt auf digitales Gedächtnis

Seit 1. November ist Marc Sievert im Dienst, und in dieser kurzen Zeit hat er bereits einige Projekte angestoßen. Als neuer Stadtarchivar Leichlingens ist er für das Gedächtnis der Stadt zuständig, sowohl das offizielle, also das Rathaus, als auch das der Bürger, Vereine und Schulen.

Der 28-jährige Ratinger ist begeistert von seiner neuen Aufgabe. Bevor er die Stelle in Leichlingen übernahm, hat er beim Stadtarchiv in Ratingen und bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn gearbeitet. Studiert hat er Geschichte und Philosophie in Düsseldorf.

An seiner neuen Aufgabe reizt ihn besonders die Vielfalt. Da ist zum einen die Pflichtaufgabe. Denn alle Akten und Dokumente der verschiedenen Ämter des Rathauses müssen gesichtet und je nach Inhalt aufbewahrt werden. „Dafür gibt es gesetzliche Fristen“, sagt Siewert. Diese reichen von zwei über fünf bis zehn Jahren. Manche Dokumente wie Bauakten werden für immer aufbewahrt. Damit dieser Prozess möglichst reibungslos klappt, hat Sievert einen Leitfaden für die Verwaltungsmitarbeiter aufgestellt.

Die andere Hälfte seiner Aufgabe umfasst die sogenannte Öffentlichkeitsarbeit. Und da ist Marc Sievert auf die Mithilfe der Leichlinger angewiesen. „Bevor Bürger oder Vereine etwas wegschmeißen, sollten sie es bei uns vorbeibringen. Wir sichten dann und entscheiden, ob es im Archiv aufbewahrt wird.“ Aufbewahrt werden Fotos, Dokumente oder Urkunden, interessant sind vor allem Jubiläen, Stadtfeste oder Gründungsurkunden. „Selbst wenn sich Jahre später niemand mehr an einen Verein erinnert, wissen wir dann trotzdem, dass es ihn gegeben hat“, erklärt Sievert.

Unterstützt wird Sievert von zwei Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern des Geschichtsstammtischs Leichlingen. Gemeinsam planen sie mehrere Projekte für die Zukunft. So soll es zum einen in diesem Jahr wieder eine Stadtführung geben. Und auch eine kleine Ausstellung zum alten Rathaus ist angedacht.

Ein größeres Projekt wird der digitale Stadtrundgang durch Leichlingen sein. An historischen Gebäuden oder Orten sollen QR-Codes angebracht werden, über eine Handy-App können Interessierte dann Informationen über das Gebäude nachlesen. „Aber das ist ein langfristiges Projekt“, sagt Sievert. Näher liegt da schon der Termin für die Überarbeitung der Internetseite des Archivs. Die ist gekoppelt an die Neugestaltung der städtischen Homepage, die im April an den Start geht. Auf der Archivseite sollen dann auch überarbeitete Texte und Bilderstrecken zu sehen sein. Schließlich plant Marc Sievert einen Tag der offenen Tür im Archiv, eventuell im Rahmen des Tags der Archive.

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