Leichlingen: Mädchen schauen im Blütenbad hinter die Kulissen

Leichlingen : Mädchen schauen im Blütenbad hinter die Kulissen

Fachkräftemangel? Ja, den kennt Claudia Mika, die für die Organisation des Blütenbades zuständig ist. "Wir haben Stellenausschreibungen, auf die sich monatelang niemand meldet." Deshalb hat das Bad am "Girl's Day" Schülerinnen eingeladen, sich den Beruf der "Fachangestellten für Bäderbetriebe"genauer anzusehen.

Ein Grund für das geringe Interesse: Das Berufsbild sei kaum bekannt, vermutet der stellvertretende Blütenbad-Chef Helge Schönzeler. Vier Mädchen durften deswegen am Donnerstag hinter die Kulissen schauen. Die zwölfjährige Kimberly, Schülerin der Gesamtschule Schlebusch, sagte: "Ich fand es interessant, dass wir auch Wasserproben nehmen durften." Und einen Aktivkohlefilter auseinanderzunehmen, zu reinigen und wieder zusammensetzen, das war auch für Siebtklässlerin Annika kein Problem. Was ein Bademeister den ganzen Tag so macht, davon haben die Mädchen einen umfassenden Eindruck bekommen. Gesamtschülerin Angelina sagte nach dem Tag im Bad: "Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Büroarbeit dazugehört."

Das Bad hat zurzeit einen Auszubildenden, doch es könnten mehr sein, betont Mika. Zu den Voraussetzungen gehört laut Betriebsleiter Christopher Hoekstra auch ein Rettungsschwimmer-Abzeichen: "Wir trainieren selbst regelmäßig vor und nach der Arbeitszeit."

Neben allen technischen Aufgaben und der Büroarbeit haben Bademeister natürlich auch viel mit Menschen zu tun. Das Mädchen-Team wurde deshalb während seines Besuchs im Blütenbad auch ins Wasser geschickt. Beim Wassergewöhnungskursus halfen sie Kindergartenkindern bei deren ersten Schwimmübungen.

Für Mädchen stehen die Chancen gut in dem Beruf: "Der Frauenanteil steigt seit Jahren", erklärt Hoekstra. Im Moment sei etwa jede vierte Fachkraft eine Frau.

(RP)
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