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Leichlingen: Lob und Tadel für Karneval am Rathaus

Leichlingen : Lob und Tadel für Karneval am Rathaus

Der geplante Umzug des Karnevalszeltes auf den Rathausplatz regt die unmittelbare Nachbarschaft überhaupt nicht auf Manche freuen sich auf das bunte Treiben vor der Haustüre. Es stößt aber auf der anderen Seite auch auf heftige Kritik.

Die unterschiedlichsten Reaktionen gab es gestern auf den von der RP thematisierten Umzug des Karnevalszeltes auf den Rathaus-Vorplatz. Während sich einige der befragten Nachbarn in der unmittelbaren Nähe des Platzes eher gelassen äußerten, gab es andernorts aber auch große Aufregung. Erwin Buhlmann wohnt zwar weit ab vom Rathausplatz, in der Nähe des Kommunalfriedhofes, doch er ärgere sich als Bürger und damit als Steuerzahler über die Entscheidung, das Karnevalszelt auf den Rathausplatz zu stellen.

Wie gestern berichtet, sollen die großen Leichlinger Karnevalsfestivitäten am 27. Februar, 1., 2. und 4. März diesmal im Partyzelt auf dem Rathausplatz stattfinden. Festveranstalter Rolf Ischerland will ein schmaleres Zelt zwischen die Bäume stellen. Zuvor hatte es (wie berichtet) im Alten Stadtpark Probleme mit dem Karnevalszelt gegeben. Nach dem Abbau soll der Rasen "wie nach einem Manöver" ausgesehen haben.

Erwin Buhlmann regt aber an, das Partyzelt nicht auf den Rathausplatz, sondern an der Balker Aue aufzustellen: "Da, wo auch der Obstmarkt stattfindet, da gibt es genug Platz und auch genügend Parkplätze", meint der Bürger. Was aus seiner Sicht gegen den Rathausplatz spricht. "Da gibt es so viele dunkle Ecken. Und wenn da Karneval gefeiert wird, dann gibt es da ganz schnell ein Pissoir", befürchtet er. Außerdem sei es nicht einzusehen, dass die Allgemeinheit dafür aufkommen müsse, wenn es nach den Karnevalsfeiern dann Schäden auf dem Rathausplatz zu reparieren gäbe: "Herr Ischerland hat doch privatwirtschaftliche Interessen, dann muss er sich auch selbst einen Platz suchen", meint der Bürger und beklagt: "Zuerst müssten auch mal die Schäden beseitigt werden, die durch das Karnevalszelt schon entstanden sind, bevor man an einen neuen Standort denken kann."

Ganz unaufgeregt sieht indes die unmittelbare Nachbarschaft aus dem Mietshaus Am Büscherhof 2 das Herannahen der karnevalistischen Aktivitäten. Gerlinde Christiansen freut sich sogar auf das muntere Treiben und erinnert sich an frühere Jahre: "Meine Mutter hat hier früher im sechsten Stock gewohnt, und wie haben uns immer von ihrem Balkon aus den Rathaus-sturm angeguckt", erzählt sie und erinnert sich gerne daran, wie der Bürgermeister an karneval sogar auf einem Kamel geritten sei. "Das sind doch nur ein paar Tage im Jahr, das macht mir nichts aus", sagt sie. Im Gegenteil: Dann sei doch endlich mal wieder was los in der Stadt, freut sie sich. Als störender empfinde sie es hingegen, wenn auf dem Stadtfest die Ansager vom Brückerfeld hinüber immer so laut dröhnten.

Auch Agnes Poppe aus demselben Wohnhaus macht das angekündigte Karnevalstreiben auf dem Rathausplatz nichts aus. Sie hoffe nur, dass für das Zelt nicht "wieder Bäume ausgerissen werden", sagt sie.

Hans Hartmann, der in dem Haus seinen Balkon sogar nach vorne hinaus zum Rathausplatz hat, lässt sich ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen. "Wenn im Zelt gefeiert wird, dann mache im Schlafzimmer einfach die Türe zu", sagt der 69-Jährige. Für ihn sei das Karnevalszelt kein Grund zur Aufregung, fügt er hinzu.

(RP)