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Leichlingen: Letzter Versuch zur Stadtmitte

Leichlingen : Letzter Versuch zur Stadtmitte

Projektplaner Spitzkopf hat ein neues Konzept vorgelegt. Sollten die neuen Pläne wieder scheitern, zieht er sich zurück. Das Projekt sei bei vielen Interessenten "verbrannt". Die Bürgerinitiative bleibt skeptisch.

"Diesmal werden wir den Architekten erst beauftragen, wenn wir sowohl von der Stadt als auch von der Bürgerinitiative grünes Licht bekommen haben. Und das ist auch unser letzter Versuch, hier etwas auf die Beine zu stellen. Irgendwann muss man einsehen, dass man sich zurückziehen muss."

Horst-Alexander Spitzkopf von der AS Projektentwicklung, der den neuen Mega-Supermarkt im Leichlinger Stadtpark plant, redete gestern im Rathaus Tacheles. Der Grund: Zum fünften Mal wurden jetzt die Pläne umgeschmissen. Zum fünften und — laut Spitzkopf — letzten Mal.

Eröffnung Ostern 2013

Alt ist: Der Rewe-Markt soll weiterhin auf dem Gelände des Stadtparks gebaut werden. Trotz aller Proteste der Bürgerinitiative. Neu aber ist: Das ursprünglich in L-Form geplante Gebäude auf dem jetzigen Gelände der Tankstelle fällt weg. Statt eines geplanten Elektro-Marktes im ersten Obergeschoss des neuen Marktes sollen dort nun Alten-Wohnungen entstehen, darüber Wohneinheiten für betreutes Wohnen. Insgesamt wird dadurch die Geschosshöhe verringert. Ostern 2013 soll eröffnet werden.

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Spitzkopf ist mit Herzblut dabei, aber auch der gestandene Projektplaner kommt langsam an seine Grenzen. "Ich werde Ihnen keine Namen nennen", sagt er. "Darum hat mich jeder einzelne der Interessenten gebeten. Das Projekt und seine Schwierigkeiten sind mittlerweile deutschlandweit in allen relevanten Branchen bekannt und niemand will in diesem Zusammenhang weiter verbrannt werden."

Seit 2007 hat sich der Wiesbadener Projektplaner das Grundstück, auf dem derzeit der Kaufpark steht, gesichert. Und er stellt klar: "Rewe hat dort einen Vertrag bis 2016. Wenn die nicht wollen, passiert gar nichts. Wir kriegen die nur, wenn wir ihnen was anbieten."

Auch die Tiefgarage wird in den neuen Planungen kleiner — eingeschossig und tageslichthell soll sie sein. Baudezernentin Barbara Hammerschmidt sagt: "Daraus ergeben sich auch Änderungen auf dem Rathausvorplatz, da dort nun eventuell weniger Bäume gefällt werden müssten." Außerdem neu: Die gesamte Fläche an der Wupper würde dann der Stadt gehören. Inwieweit dort eine Bebauung stattfände und finanziert werden könne, darüber müsse man nachdenken, sagte Bürgermeister Ernst Müller. "Vielleicht kann man das L-förmige Gebäude in einer kleineren Ausgabe auf der Rathaus-Achse bauen." Die Bürgerinitiative kenne das Konzept — jetzt müsse man abwarten und besprechen, wie es weitergehe.

Fakt ist: Bis Ende März müssen die Gelder bei der Regionale 2010 beantragt werden. Bürgerinitiativen-Sprecher Jens Weber: "Von einem Kompromiss kann keine Rede sein. Wir wollen Stadt und Fraktionen zu einem Bürgergespräch bitten, um Details zu erfahren." Gerade in der Wupperparklösung lägen noch zu viele Unwägbarkeiten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bürgerinitiative demonstriert für Stadtpark-Erhalt

(RP)