Leichlingen: Letzte Ruhestätte - Betreiber will neuen Standort für Trauerwald

Leichlingen: Letzte Ruhestätte - Betreiber will neuen Standort für Trauerwald

Die Asche Verstorbener soll ab 2019 auf zehn Hektar im Haus Vorster Wald begraben werden. Rat und Kreis müssen dem geänderten Plan noch zustimmen.

Vögel zwitschern, zwei Hunde toben im Laub, ansonsten herrscht Stille zwischen den alten, dicken Bäumen. Hier sollen Trauernde künftig die Asche ihrer Verstorbenen beisetzen können. Am 12. Juli stimmt der Rat der Stadt über den Standort ab, danach muss der Kreis sein Okay zu dem sogenannten Beleihungsvertrag geben.

"Frühestens nächstes Jahr geht es los", sagt Bestatter Ralf Aschenbroich, der dort den Trauerwald betreiben wird und schon viele Interessenten hat. "Nur noch 30 Prozent der Menschen möchten ein Sargbegräbnis auf einem Friedhof, die übrigen wünschen sich eine Urnenbestattung. Davon wiederum möchten 30 Prozent ihre letzte Ruhestätte im Wald haben."

Ursprünglich sollte ein 1,5 Hektar großer Trauerwald im Bereich Kradenpuhl entstehen; die Politik hatte schon zugestimmt. Aber diese Pläne ruhen nun. Denn im Gespräch mit dem Besitzer des Waldgebiets, Clemens Graf von Mirbach-Harff, hatte der die Idee, den Standort in den Bereich Haus Vorster Wald zu verlagern, erzählt Aschenbroich.

Der neue Standort bietet - abgesehen von dem imposanten, gepflegten Baumbestand - gleich mehrere Vorteile, erklärt Bürgermeister Frank Steffes, der von einer "massiven Änderung in der Planung" spricht: "Der Trauerwald umfasst dann zehn Hektar, das Gelände ist flach, der Fußweg für die Trauernden ist kürzer, es gibt keine Konflikte mit Anwohnern, das Gelände ist besser zu erreichen, und es gibt ausreichen Parkgelegenheiten. Die Argumente sprechen für sich."

Für Angehörige, die einen Ort zum Trauern wünschen, sich aber nicht mit der Grabpflege belasten möchten, ist ein solcher Trauerwald ideal. Und für naturverbundene Menschen, die sich dort schon zu Lebzeiten ihren Baum aussuchen können. Pro Baum - rund 1500 bis 2000 wollen Aschenbroich und der Graf gemeinsam auswählen - sind zwölf Beisetzungen geplant. Die Asche wird einen halben Meter unter der Erdoberfläche begraben. Jeder Baum wird mit einem zwölf mal zehn Zentimeter großen, schwarzen Schild markiert, auf dem eine Nummer und später, wenn gewünscht, auch der Name des Verstorbenen steht.

Für die normalen Waldbesucher ändert sich übrigens nichts, sagt Landwirt Karl-Otto Dickhoven, der den Grafen, der auf Gut Ingenfeld bei Grevenbroich lebt, vor Ort vertritt. "Der Wald bleibt wie er ist, es gelten dort künftig keine anderen Regeln", betont auch Bürgermeister Steffes. Möglicherweise sollen einige Bänke aufgestellt werden, schön wäre auch eine Art Trauer- oder Versammlungsort, sagt Aschenbroich, der eine Ruhezeit von 15 Jahren, das ist das Minimum, anstrebt. Und: "In Sachen Kosten orientieren wir uns an den Gebühren der umliegenden Friedhöfe."

(RP)