Leichlingen/Wermelskirchen: Leonore Gärtner ist die neue Revierförsterin

Leichlingen/Wermelskirchen: Leonore Gärtner ist die neue Revierförsterin

Die 27-Jährige hat den Forstbetriebsbezirk Großgrimberg übernommen. Sie ist verantwortlich für Pflege und Bewirtschaftung.

Ihr Einstand ist gleich ein Sprung ins kalte Wasser, auch wenn sie ihr Revier bereits kennt: Leonore Gärtner hat als Försterin den Forstbetriebsbezirk Großgrimberg übernommen und verantwortet nun die Pflege sowie die Bewirtschaftung der Staatswaldflächen im Bereich Wuppertal, Solingen, Remscheid und im nördlichen Teil des Rheinisch-Bergischen Kreises - also auch in Wermelskirchen bis Leichlingen.

Seit dem vergangenen Jahr ist die 27-Jährige in dem Revier tätig, das sie von Wolfgang Müller, der in den Ruhestand ging, übernommen hat. Bis Ende des Jahres haben die beiden gemeinsam gearbeitet, ehe sich der 66-Jährige komplett in den Ruhestand verabschiedet hat. Routinierten Dienst nach Plan kann sich Leonore Gärtner aber in ihrem Beruf nicht leisten, denn täglich stehen neue und oft auch unerwartete Aufgaben auf ihrer Agenda. Das kann beispielsweise die Beseitigung von Sturmschäden sein, die dann ganz oben auf der To-do-Liste steht. "Die Sturmschäden zu Beginn des Jahres waren in der hiesigen Region nicht so stark wie andernorts, aber es hat gereicht. Wir wollen schnell aufräumen", beschreibt die Försterin die Situation. Ziel sei dabei nicht nur die Verwertung des Holzes, sondern man müsse auch den Befall mit Borkenkäfern verhindern.

Und erst neulich stand die Arbeit zwangsweise erst einmal still, weil es einen Einbruch gegeben hatte. Als Leonore Gärtner bei der Lehrwerkstatt des Landesbetriebs Wald und Holz vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft in Odenthal-Großgrimberg eintraf, musste sie mit ihrem Team nach einem Einbruch aufräumen: Gewaltsam waren Diebe durch ein Fenster in das Haus eingedrungen und hatten Werkzeuge wie Freischneider, Laubbläser und Kettensägen mitgenommen.

  • Leben & Lernen : Revierförsterin informiert über den Wald in Wermelskirchen

Ihr knapp 2000 Hektar umfassender Staatswaldbezirk ist nicht nur groß, sondern zusätzlich durch Ballungsräume getrennt - da gehört das Auto zum Berufsalltag. "Da kommen am Tag schnell mal hundert Kilometer auf den Tacho", stellt die neue Försterin fest. "Eine Stelle als Försterin anzutreten, war immer mein Ziel", sagt Gärtner, die Forstwissenschaften in Freiburg studiert hat und dann ihr Vorbereitungsjahr für den öffentlichen Dienst von 2013 bis 2014 im Ruhrgebiet absolvierte. Ihre letzte Station vor Großgrimberg war das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald. Dort beschäftigte sie sich intensiv mit dem Bereich des forstlichen Saatgutes.

Warum sie ihren Beruf so gerne mag? "Als Försterin kann ich täglich im Wald und an der frischen Luft sein. Ich bin einfach kein Büromensch", erzählt die Försterin, die während der Arbeit meist von ihrer Dachsbracke-Hündin "Hummel" begleitet wird. Mittlerweile hat die gebürtige Erkratherin ihre Dienstwohnung und ihr Büro in Solingen.

Obwohl sie die Natur liebt und die Arbeit im Freien schätzt - die junge Frau weiß sehr wohl, dass ihr Job zu 50 Prozent aus Verwaltungsarbeit am Schreibtisch besteht. In modernen Zeiten gehört bei Förstern eben auch das Handy und EDV-Technik zum Alltag: Im Wald führt Gärtner beispielsweise immer ein sogenanntes Tough Pad mit sich, das ist ein spezielles Outdoor-Tablet.

(RP)
Mehr von RP ONLINE