Leichlingerin Iris Ashman durchquert „The Wash“ in England

Iris Ashman : Leichlingerin durchquert „The Wash“ in England

Die Bucht im Norden der britischen Grafschaft Norfolk gilt als „ziemlich unschwimmbar“ wegen unberechenbarer Strömungen.

Die schnellste, die älteste und die einzige Frau aus Deutschland, die jemals „The Wash“ durchschwommen hat, kommt aus Leichlingen: Iris Ashman, geborene Sommerfeld, in der Blütenstadt aufgewachsen und seit 22 Jahren in England, hat sich im August einen Traum erfüllt und die Bucht im Norden der britischen Grafschaft Norfolk, wo sie inzwischen lebt, durchquert.

„The Wash gilt als ziemlich unschwimmbar, da es sehr viele Sandbänke und unberechenbare Strömungen gibt“, erzählt die 55-Jährige. Bis vor kurzem waren es noch weniger als 15 Menschen, die die Passage geschafft haben. Auch, weil sich kein Boot fand, das die Schwimmer begleiten wollte: „Es ist extrem schwierig durch die un-terschiedlichen Wassertiefen“, sagt Ashman.

Mit Freunden aber hat sie die Herausforderung Ende August annehmen können: In acht Stunden und 23 Minuten bezwang sie erfolgreich die 29 Kilometer von Skeggness nach Hunstanton. Die erste Langstrecke dieser Art war The Wash für die Schwimmerin aber nicht: Bereits 2017 durchquerte sie den Ärmelkanal vom britischen Dover ins französische Wissant. Entfernung hier: 36 Kilometer, allerdings nur nominell. „Die Distanz wird durch die Gezeiten größer, da man keine gerade Linie schwimmen kann, sondern von rechts nach links geschubst wird. Am Ende hatte ich 51 Kilometer auf meinem Tracker“, erinnert sich Iris Ashman.

Das alles gehe nur als Team. Sie sei zwar die Einzige im Wasser, im Begleitboot mit einer Crew aus Ehemann Darren, dem in Leichlingen lebenden Bruder Markus Sommerfeld und Coach Tracy Clark seien Menschen in der Nähe, die für ihre Sicherheit sorgten. „Ich habe alle 30 Minuten Nahrung aufgenommen. Die ganze Reise hat 15 Stunden und sieben Minuten gedauert. Die Regeln sagen, dass man nur in Badeanzug, Schwimmcap und -brille schwimmen darf, also ohne Neoprenanzug“, schildert Ashman.

Iris Ashman ist vor 22 Jahren von Leichlingen nach England gezogen. Foto: Iris Ashman

Durch ihre Mutter kam sie schon früh zum Langstreckenschwimmen. „Als Fünfjährige hatte ich im Radio gehört, dass jemand von England nach Frankreich geschwommen war. Meine Mutter sagte damals: Wenn Du hart dafür trainierst, kannst Du das auch. Der Satz hat mich mein Leben lang begleitet“, erzählt Iris Ashman.

Täglich schwimmt sie. Auch wenn die Wassertemperatur sinkt, geht es ins Meer, in den Fluss oder den See. „Man muss sich an das kalte Wasser gewöhnen. Vier bis fünf Grad Wassertemperatur im Winter ist normal. Da kann ich gut einen Kilometer schwimmen“, sagt die Langstreckensportlerin, empfiehlt aber zugleich: „Don’t try this at home“, also nicht zu Hause versuchen.

Die nächste Langstrecke steht auch schon auf ihrem Programm: Ende September schwimmt sie in Wales elf Kilometer flussaufwärts mit einlaufender Flut.

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