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Leichlinger Wirt bietet Home-Office im Gasthaus

35 Euro pro Tag : Ein ruhiges Plätzchen im Gasthaus-Office

Die Corona-Krise macht kreativ: Andreas Baron bietet gewerblichen Kunden ein Ausweichquartier fürs Home-Office in seinem Gasthaus an.

Das Restaurant ist zu, die Schänke auch. Mittags und abends darf Andreas Baron zu Corona-Zeiten in seinem „Gasthaus zum Baron“ auf der Witzheldener Hauptstraße nur noch einen Abholservice für Speisen anbieten. Aber das wars dann auch schon für den Gastronom, der seit zwei Jahren mit dem Gasthaus und zugehörigem Hotel im Höhendorf durchstarten will. Oder doch nicht?

In seiner Not hat sich Baron etwas einfallen lassen, um zumindest ein bisschen die laufenden Kosten einzufangen: Für Firmen, Bürogemeinschaften und Einzelkämpfer, die aktuell im Home Office arbeiten, dafür zuhause aber vielleicht nicht die nötige Ruhe finden, bietet er seine Gasthaus-Zimmer an. Die gewerblichen Gäste können jederzeit einchecken, arbeiten und gehen, wann sie möchten. Gerne auch mehrere Tage am Stück.

35 Euro nimmt er dafür am Tag, Getränk inklusive. „Wer möchte, kann auch seine eigene Kaffeemaschine mitbringen, ohne den geht ja nichts“, sagt der Gastronom und zeigt sich flexibel. Außerdem gibt’s Kaffee bei ihm im Haus. Das WLan in seinen Räumen sei gut, so dass das Angebot auch an der Technik nicht scheitern werde.

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Jetzt wartet er auf die ersten Besucher, die aus ihrem Home-Office ein Gasthaus-Office machen wollen. Andreas Baron wäre froh, wenn es angenommen würde, denn auch er sagt: „Die Nerven sind angespannt, es gibt schon Existenzängste.“

Zum Glück hat er eine Verpächterin, die ihm bei der Miete entgegenkommt. Sonst hätte er noch mehr Probleme. Mit seinem Außer-Haus-Speisen-Angebot hält er sich bereits über Wasser. Obwohl sich auch dieser Service noch mehr herumsprechen muss, hat er bereits jetzt den Eindruck, dass die Witzheldener die örtlichen Anbieter in der Krise gezielt unterstützen: Es kommen Nachbarn und holen Essen, von denen er weiß, dass sie normalerweise zuhause kochen. „Wir können uns auf die Kundschaft verlassen“, sagt Baron.

„Von den Hotelzimmern als Home Office habe ich gelesen“, berichtet  er, wie er zu dieser Idee kam. Daraufhin habe er sich informiert, was in Corona-Zeiten überhaupt erlaubt sei, und erfahren: „Für die gewerbliche Vermietung darf ich das Hotel öffnen, also zum Beispiel für Monteure und Arbeiter und jetzt eben auch für Menschen im Home-Office“. Für touristische Zwecke aber bleiben die Zimmer zu, und darauf achtet er genau.

Zwar sind die Räume derzeit nur mit kleinen Tischen ausgestattet, aber auch dafür hat er eine Lösung: „Dann stellen wir einen Restauranttisch dazu. Darauf kann man sämtliche Akten stapeln.“ Und noch einen Vorteil hat das Arrangement: Wer mehrere Tage bleibt, kann alles stehen und liegen lassen, wie er es für den nächsten Arbeitstag braucht. Die Zimmer sind natürlich abschließbar.