Leichlinger Tafel an der Grenze der finanziellen Belastung

Große Spendenbereitschaft : Tafel ist finanziell an der Grenze

Die Ehrenamtler freuen sich über die große Spendenbereitschaft in der Bevölkerung für ihre Weihnachtsaktion.

Bei der Tafel im Gewerbepark Frese herrscht dieser Tage emsiges Treiben: Eine Vielzahl der 32 ehrenamtlichen Helfer packt Weihnachtstüten. Am 19. Dezember gibt es die Taschen für die Tafel-Kunden, damit auch sie ein schönes Weihnachtsfest feiern können. „In diesem Jahr ist die Spendenbereitschaft enorm“, sagt die Tafel-Vorsitzende Helga Paul überwältigt.

Den Spendern, die derzeit täglich Tüten und Pakete vorbeibringen, sind die Ehrenamtler ausgesprochen dankbar. Im Gegensatz zu früheren Jahren übernehmen die Tafel-Mitarbeiter die Zusammenstellung der Tüten mittlerweile selbst: In alle kommen haltbare Lebensmittel wie Kaffee, Fisch, Süßigkeiten, aber auch Mehl, Zucker und Salz. „Es sind einige Sachen dabei, die es sonst übers Jahr so nicht gibt“, erzählt die Ehrenvorsitzende und langjährige Helferin Hannelore Kretzer. Mit den selbst gepackten Tüten wolle man dafür sorgen, dass die Spenden gleichmäßig und gerecht verteilt würden.

So fröhlich, wie es vor Weihnachten bei der Tafel zugeht, ist die Stimmung allerdings nicht das ganze Jahr über, denn den mildtätigen Verein drücken einige Sorgen. Angefangen bei den Lebensmittelspenden einiger Discounter, die in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind: „Wir bekommen von einigen zum Beispiel keinen Käse, keine Wurst oder Milchprodukte mehr“, berchtet Paul. Begründet würde das damit, dass die Kühlkette der Frischwaren damit unterbrochen sei. Ein Argument, dass die Tafel nicht ganz nachvollziehen kann, holt sie die Waren doch mit einem Kühlfahrzeug ab. Die Fahrer der Tafel fahren mittlerweile bis Köln oder Aachen, um Lebensmittel abzuholen.

Durch die Trockenheit der letzten Jahre könnten auch einige Landwirte nicht mehr im früheren Maße spenden, da ihre Ernten kleiner ausfielen. Vor allem aber bereiten die hohen Fixkosten, die die Tafel jeden Monat zu stemmen hat, Sorgen. Pro Monat nimmt der Verein zwischen 600 und 800 Euro ein. Erwachsene Kunden bezahlen zwei Euro, Kinder 50 Cent pro Einkauf. Die dringend nötige Anschaffung eines neuen Autos schlage zu Buche, vor allem aber Miete, Nebenkosten, Versicherung und Kosten fürs Telefon. „Wir suchen eine kleinere Unterkunft unter 300 Quadratmeter“, sagt Helga Paul, wie sie die laufenden Kosten reduzieren will.

Aktuell muss der Verein Geld aus seinen Rücklagen nehmen, um alles bezahlen zu können. „Die Frage ist, wie lange die noch reichen. Finanzielle Unterstützung von der Stadt bekommen wir jedenfalls nicht“, räumt die Vereinsvorsitzende mit einem scheinbar weit verbreiteten Irrglauben in Leichlingen auf.

Um die Kasse aufzufüllen, sind die Tafel-Helfer auf vielen Festen mit Ständen vertreten, zuletzt auf dem Bratapfelfest. „Wir haben 1242 Äpfel für das Bratapfelfest vorbereitet“, berichtet Hannelore Kretzer vom Kraftakt der Helfer für den guten Zweck.