Leichlinger Posaunenchor trifft Atlanta-Jazzband

Posaunenchor trifft Atlanta-Jazzband : Swing, Jazz und Absurdes beim Adventskonzert der Bläser

Gepflegter Posaunenchor trifft Atlanta-Jazzband zur musikalischen Einstimmung auf den Advent

Mit dem Lied, dessen Titel die Bläser der Leichlinger Kantorei als Motto für ihr Konzert gewählt haben, wurde am Sonntag in vielen Kirchen die Adventszeit eingeläutet: „Macht hoch die Tür“. Bei der Komposition, die Christian Sprenger aus der Choralmelodie für einen Bläserchor gebastelt hat, mochte man diese Tür direkt vor sich sehen beim rhythmischen Anklopfen der Posaunen. Und dann mischte sich in den interessanten Satz noch ein Ruf, der an die Messias-Aufführung des Figuralchores genau eine Woche vorher erinnerte: Händels Halleluja.

Nach diesem ansprechenden Auftakt zum traditionellen Adventskonzert der Bläser unter der Leitung von Matthias Müller freuten sich Besucher in der Evangelischen Kirche schon auf weitere Stücke des komponierenden Weimarer Posaunen-Professors, die im Programm angekündigt waren. Zu recht, denn ebenso lohnend war das Spiritual-Arrangement „What a Friend we have in Jesus“ mit munterem Geblubber in den Bassstimmen, über das die Trompeten die strahlende Melodie setzten.

Doch zunächst übernahmen die Gäste die vorgegebene Nummer 1 im Evangelischen Gesangbuch, um sie auf ihre Art zu bearbeiten. Dem treuen Publikum ist Klaus Osterloh bereits bekannt, denn er war bei früheren Konzerten bereits mit einer Triobesetzung und mit seinem Posaunenchor in Leichlingen. Dieses Mal hatte er die Kollegen der Atlanta Jazzband dabei, in der Bass, E-Piano und Schlagzeug die Bläserbesetzung Trompete, Posaune und Klarinette, beziehungsweise Saxophon unterstützen.

Das Ensemble aus Köln gab eine lockere, swingende Antwort auf die Eröffnung mit bewunderten Soli und rhythmischem Pep, der direkt in die Beine ging. Danach lud Organist Carsten Ehret die Zuhörer zum Mitsingen des bekannten Adventsliedes ein, so wie es ganz besonders bei Konzerten in der Vorweihnachtszeit Brauch ist. Mit einer wirbelnden Schlittenfahrt „Sleigh Ride“, die Osterloh für sein Ensemble arrangiert hat, übernahmen die Gäste erneut, um die Zuhörer danach musikalisch ein wenig zu beruhigen mit gezügelter Energie, nach der Duke Ellingtons Komposition „The Shepherd“ verlangt.

Mit der Ankunft von Jazzsängerin Christine Schröder änderte sich mit Songs wie „Caroling, Caroling“ oder „Morgen, Kinder wird’s was geben“ dann auch – durchaus zur Freude vieler Besucher – der Charakter des Konzerts in Richtung ARD-Samstagabendunterhaltung. Die Kantorei-Bläser hielten mit warmem, runden Sound dagegen bei ihrer sehr gepflegt gespielten, stimmlich ausgewogenen Variante desselben Kinderliedes. Und schließlich animierten sie im Stile einer vitalen Marching Band: „Let’s all praise the Lord“. Bevor alle Beteiligten mit den Besuchern gemeinsam Händels festliches „Tochter Zion“ anstimmten, wurde die Zugabe von Sängerin und Jazzband schon vorweggenommen: Ein witziger Song über eine völlig absurde Idee, nämlich „Fasten im Advent“.

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