Leichlingen: Leichlinger lieben ihre Stadt

Leichlingen: Leichlinger lieben ihre Stadt

Seit vielen Monaten tobt die Debatte um die geplante Umgestaltung der Leichlinger Innenstadt. Einzelhändler wurden befragt, Exposés erstellt. Doch wie finden "einfache Bürger" eigentlich "ihr" Leichlingen, wie es zurzeit aussieht? Was stört sie, was gefällt ihnen? Eine Umfrage im Brückerfeld.

Margarete Klöther ist 1989 aus Köln nach Leichlingen gezogen. Die Großstadt-Atmosphäre vermisst sie nicht, wie sie sagt. Die Rentnerin, deren Mann großer Fan des SC Leichlingen ist, hat eine klare Meinung zu "ihrer" Stadt. Sie findet Leichlingen schön, fügt aber hinzu: "Früher ist es schöner gewesen, mittlerweile ist die Stadt zunehmend dreckiger geworden." Vor allem der Bereich um die Wupper gefällt ihr nicht. "Da könne man noch was tun", sagt Margarete Klöther. Das falle ihr immer wieder auf, wenn sie in den Wäldern rund um die Blütenstadt mit ihrem Mann wandern geht.

"Das Potenzial ist vorhanden"

Auch Christina Pagel stört Schmutz in der Stadt. "Hier in der Fußgängerzone sieht man überall Müll auf dem Boden liegen, und die Wanderwege an der Wupper sind auch alles andere als gepflegt", kritisiert sie. "Das ist schade", sagt die 33-Jährige, denn ihrer Meinung nach, "ist das Potential vorhanden, mehr aus der Stadt zu machen."

Karina Hof sieht es ähnlich. Die 63-Jährige findet, dass die City verschönert werden könne. Man solle sich aber nicht mit Großstädten wie etwa Leverkusen vergleichen. Karina Hof findet Leichlingen schön: "Ich liebe meine Stadt."

Drei von etwa einem Dutzend spontanen Meinungen, die unsere Zeitung bei einer Umfrage im Brückerfeld einholte. Sie erheben keinen Anspruch, repräsentativ zu sein — interessant sind sie allemal.

Stephanie Mielke (23) ist gerade mit ihrem Hund unterwegs. Auf die Frage, was sie an Leichlingen schön oder auch nicht so schön findet, fällt ihr spontan ein: "In Leichlingen gibt es zu wenig Möglichkeiten, etwas mit Hund zu unternehmen." Die Anleinpflicht in der Innenstadt stört sie deshalb auch. "Das ist ein großes Manko", sagt sie. Mit ihrem Hund Sparky geht sie deshalb gerne im Stadtpark spazieren.

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Gerd Kaminski muss nicht lange überlegen. Für ihn ist die Aussicht aus seiner Wohnung am Johannisberg das Schönste an Leichlingen. Das "Theater" um das neue Einkaufscenter, wie er sagt, findet der 52-Jährige dagegen weniger schön. "Ein Schandfleck" sei das jetzige Kaufpark-Gebäude, deshalb würde er einen Neubau begrüßen. Seit zwölf Jahren wohnt er jetzt schon in der Stadt an der Wupper.

Nicht immer nach Leverkusen

Heide Wendt (35) findet die Einkaufsmöglichkeiten "ok, aber nicht perfekt". Ein neues Einkaufscenter würde die zweifache Mutter deswegen begrüßen. "Wenn ich mal etwas mehr benötige, muss ich immer in die Rathaus-Galerie nach Leverkusen fahren", sagt sie. Durch die geplante neue Stadtgalerie würde sich die zweifache Mutter den Weg nach Wiesdorf gerne ersparen.

Timo Blasberg (29) und seine Freundin Karolin Kröll (24) kommen mehrmals im Monat von Solingen nach Leichlingen, "um die Natur zu genießen", wie sie betonen. "Hier ist es idyllischer als bei uns, das gefällt uns", sagt Timo Blasberg. Seine Freundin erzählt, dass sie beide gerne mit den Mountainbikes durch die Wälder fahren. Die Eisdielen werden beim Spaziergang durch die Innenstadt auch regelmäßig besucht. Dabei falle ihnen immer wieder auf, wie "schmuddelig" die Stadt geworden sei. Zudem seien die Einkaufsmöglichkeiten eher für Ältere ausgelegt, "es existieren zu wenige Geschäfte für junge Leute, das ist etwas schade", sagt Karolin Kröll.

Für Susanne Mörsheim (49)bietet die Leichlinger Innenstadt hingegen einige Vorteile. "Hier gibt es noch viel mehr Einzelhandel als in den größeren Städten", sagt sie. Und das habe halt einfach "Flair".

(RP)
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