Leichlingen: Leichlinger ersteigert Potofskis Let's-dance-Schuhe

Leichlingen : Leichlinger ersteigert Potofskis Let's-dance-Schuhe

Fast 1000 Euro zahlte Lars Burgwinkel für die Schuhe, mit denen der RTL-Sportexperte neun Tanzshow-Folgen durchlitt.

"Der Tanzbär und die Dancing Queen" - Schlagzeilen dieser Kategorie machte Sportmoderator Ulli Potofski quasi Woche für Woche, als er im vergangenen Jahr bei der RTL-Erfolgsshow "Let's dance" versuchte, seinen Körper im Rhythmus der Musik zu bewegen. Meist hoffnungslos, wie er selbst offen zugibt: "Ich kann nicht tanzen, und das hat sich auch im Rahmen der Sendung nicht geändert."

Ulli Potofski mit dem Maskottchen Theo vom Verein "Theo hilft". Er und Lars Burgwinkel (rechts) verstanden sich auf Anhieb. Foto: foto Burgwinkel

Dennoch wurde der heute 64-Jährige zu einer Art Publikumsliebling - trotz vernichtender Jury-Kommentare schaffte es Potofski bis in die neunte Show, nachdem er in der zweiten Woche wegen der Verletzung eines Konkurrenten nachrücken durfte. "Für mich war nach dem Ende der letzten Sendung klar: Meine Tanzschuhe werde ich nicht mehr anziehen", erinnert sich der TV-Profi im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zu ehrgeizig? Von Tanzpartnerin Kathrin Menzinger hätte sich der TV-Moderator ein bisschen mehr Gelassenheit gewünscht. Foto: foto dpa

Die sind ab sofort in Leichlingen zu sehen: Der Physiotherapeut Lars Burgwinkel, Vorsitzender des karitativen Vereins "Theo hilft", hat die Ballsaal-Treter in Größe 44 ersteigert, um einem siebenjährigen Mädchen die Anschaffung eines Therapiehundes ermöglichen zu können, damit der sie vor ihren lebensbedrohlichen epileptischen Anfällen frühzeitig warnen kann.

Zu sehen war das Ganze gestern Abend in der großen "Trödeltrupp-Auktionsnacht": Drei von RTL 2 ausgesuchte Trödelexperten hatten weltweit außergewöhnliche Hingucker und Liebhaberstücke zum besten Preis aufgetrieben. Die auf ihren Reisen ergatterten Exponate wurdenin der Show mit möglichst viel Gewinn versteigert.

Knapp 1000 Euro musste Burgwinkel berappen, ehe er "als Sieger vom Platz gehen konnte". Die Versteigerung hatte nämlich eine ganz besondere Fußball-Eigendynamik: Eine Dame aus Köln - glühender Fan des FC - machte dem bekennenden Borussia-Mönchengladbach-Anhänger aus Leichlingen das Leben schwer. "Dieses Rheinische Derby wollte ich unbedingt gewinnen", betont Burgwinkel, so wie sein Club am vergangenen Wochenende.

Ulli Potofski kann diesen sportlichen Ehrgeiz verstehen. Er selbst ist Schalke-Fan und weiß daher nur zu gut, was ein Derby bedeutet. Weit weniger Verständnis bringt der Sportexperte allerdings für den Konkurrenzkampf auf, der sich bei "Let's dance" hinter den Kulissen oft abgespielt hat. Insbesondere die Profitänzer hätten alles dafür getan, so viel "Werbezeit" wie möglich für sich herauszuholen, sagt er: "Während ich als hoffnungsloser Tanz-Laie das ganze deutlich lockerer und humorvoller angehen wollte, hat meine Tanzpartnerin mir bis zum Schluss immer wieder Druck gemacht. Dabei war doch eh klar, dass ich in dieser Show nicht weit kommen werde."

Immerhin wünscht der Tanzbär jetzt zumindest seinen Schuhen, "dass ihr neuer Besitzer mit ihnen ein wenig mehr Spaß am Tanzen finden möge, als mir das vergönnt war".

Und dass die siebenjährige Maylien am Ende tatsächlich ihren so wichtigen Therapiehund bekommen kann, das erhoffen sich sowohl er als auch Lars Burgwinkel "von ganzem Herzen".

(RP)
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