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Leichlinger erfindet die „Knuddelpost“ für Oma

Idee für Enkel und Großeltern : Leichlinger „Knuddelpost“ für Oma

Damit Enkel und Großeltern in Corona-Zeiten trotzdem Nähe erfahren, hat ein Leichlinger ein Gruß-Postkartensystem erfunden, das auch noch spannende Geschichten enthält, die die Enkel an Oma und Opa schicken können.

„Liebe Oma, lieber Opa“, beginnt die Geschichte. „Ihr fehlt mir sehr! Ich vermisse es, mit euch zu albern, zu spielen und zu kuscheln. Leider ist all das zur Zeit nicht möglich. Aber wisst ihr was? Niemand kann mich davon abhalten, euch trotzdem die Zeit zu versüßen. Daher erzähle ich euch in den nächsten sechs Wochen eine kleine Geschichte.“ Wer dort schreibt? Es könnte jedes Enkelkind sein, das in der Corona-Krise seine Großeltern vermisst. Selbst die ganz Kleinen.

Unterstützt werden sie beim Geschichtenerzählen von Fabian Sasnauskas (29). Der Leichlinger Mediendesigner hat in den vergangenen Wochen als Antwort auf die Corona-Beschränkungen die „Knuddelpost“ entwickelt. Sie besteht aus sechs großen, liebevoll gestalteten Postkarten mit einer spannenden Erzählung, die das Enkelkind seinen Großeltern jede Woche schicken kann. Neben dem vorbereiteten Text ist Platz für selbst gemalte Bilder oder Texte auf den Karten. „So können Enkel und Großeltern in dieser schwierigen Zeit in Gedanken zusammen sein“, sagt Sasnauskas.

Seine Schwester und sein Bruder haben Kinder, die ihre Omas und Opas schon einige Wochen nicht gesehen haben. So kam er auf die Idee: „Sie können nicht kuscheln und spielen, müssen Abstand halten. Da ist die Sehnsucht schon groß“, berichtet er von seinen Beobachtungen. Die Knuddelpost soll trösten und die getrennte Zeit versüßen. Sie enthält sechs Din-A4-Karten, ein Tütchen Glückskleesamen und passt laut Erfinder für Kinder von 0 bis 12 Jahren (die jüngsten mit ein bisschen Unterstützung der Eltern). In der ersten Auflage hat Fabian Sasnauskas 2000 Karten produziert, ein Kartenset mit Kleesamen kostet 14,90 Euro inklusive Versand. Zu bestellen ist es über den eigens dafür eingerichteten Onlineshop www.knuddelpost.de. Bekannt machen will der Leichlinger sein Angebot außerdem über die sozialen Medien, darunter Facebook und Instagram.

Seine „Testpersonen“ waren seine Eltern, Nichte und Neffe. „Meine Mutter fand es eine süße Idee. Meine Schwester hat es anderen Müttern gezeigt, die waren ebenfalls begeistert“, erzählt Fabian Sasnauskas über die erste Resonanz. Ist die Corona-Zeit hoffentlich irgendwann vorbei, kann er sich sogar vorstellen, das Projekt fortzusetzen – etwa für Enkelkinder und Großeltern, die gerade nicht kuscheln und spielen können. Auch zwei weitere gebürtige Leichlingerinnen haben in der Zeit der Corona-bedingten Einschränkungen kreative Ideen entwickelt: Meike Haagmans, in normalen Zeiten Reiseveranstalterin, bringt über die Online-Plattform www.littleplan.de jetzt mit der Grafikdesignerin Lynn Marie Zapp personalisierte Erste-Hilfe-Poster fürs Kinderzimmer auf den Markt. Gemeinsam haben die beiden Mütter nämlich festgestellt, dass in Kinderzimmern oftmals informative und plakative, zugleich aber liebevoll und ansprechend gestaltete Erste-Hilfe-Poster fehlen.

„Wir sind keine Mediziner, und wir wollen auch gar nicht die Nothilfe ersetzen. Unser Ziel ist lediglich, jungen Eltern, Großeltern und Babysittern einen Leitfaden zum sicheren Handeln zu geben, bis der Notarzt eingetroffen ist“, betonen die Unternehmerinnen aus der Blütenstadt zu ihrem neuen Angebot. Bei der Konzeption der Info-Poster fürs Kinderzimmer haben sich die beiden Frauen an den Leitlinien des Deutschen Rates für Wiederbelebung – German Resuscitation Council – orientiert.