Spende von Covestro : Mitfahrerbänke machen Menschen mobil

Die erste Leichlinger Bank steht in Leysiefen und wurde am Dienstag offiziell in Betrieb genommen. Werkstoffhersteller Covestro unterstützt das Projekt mit 45.000 Euro. Die Rheinische Post hat die Spende vermittelt.

Wer sich am Dorfeingang von Leysiefen auf der nagelneuen roten Bank niederlässt, hat einen wunderbaren Blick über die Felder und das Tal der Wupper. Lange allein bleiben dürfte er allerdings nicht, denn die Bank ist nicht irgendeine Sitzgelegenheit: Am Dienstag wurde sie als erste Leichlinger Mitfahrerbank offiziell in Betrieb genommen.

Wer sich setzt und ein weißes Schild mit seinem Wunschziel herunterklappt, möchte mit in die Stadt genommen werden. Kommt ein Autofahrer vorbei und hat noch Platz, dann kann er anhalten und den „Bankdrücker“ kostenlos mitnehmen. Eine wichtige Rolle wird dabei der Nasenfaktor spielen: Denn Tramper und Fahrer entscheiden spontan, ob ihnen die Fahrgemeinschaft vertrauenerweckend erscheint. „Wir kennen uns alle“, betonte Petra Schwarz aus der Leysiefener Dorfgemeinschaft. Für die fast 80 Anwohner ist die Mitfahrerbank also ideal, zumal ansonsten keine öffentlichen Verkehrsmittel den Weg nach Leysiefen finden.

Das Projekt, das der Leverkusener Werkstoffhersteller Covestro mit 45.000 Euro unterstützt, soll die Mobilität und das Miteinander in den ländlichen Kommunen fördern und die Umwelt schonen. Und mit der einen Bank ist es noch lange nicht getan: In Leichlingen sind in Ziegwebersberg, an der Landrat-Trimborn-Straße, in Bremersheide und am Lilienweg in Neu-Krähwinkel weitere Bänke geplant, im gesamten Kreis zwischen Leichlingen, Burscheid und Kürten insgesamt 30.

Was die Mitfahrerbänke leisten können, ist jedoch nicht nur eine bessere Mobilität insbesondere für ältere Menschen oder solche, die sich kein eigenes Auto leisten können. „Man lernt sich neu kennen, unterhält sich, sieht vielleicht Nachbarn wieder, mit denen man lange nicht gesprochen hat“, skizzierte Daniel Koch, NRW-Standortleiter von Covestro, die zwischenmenschlichen Aspekte der Fahrgemeinschaften. Das Projekt biete die Chance, das generationenübergreifende Miteinander in Leichlingen und der Region zu fördern, betonte Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes.

Die erste Idee zu vier Mitfahrerbänken im Kreis hatte derweil der Turnerbund Groß-Ösinghausen 1884 in Burscheid, der sich damit an den Verein „Leader Bergisches Wasserland“ wandte. Um das Vorhaben größer aufzustellen, übernahm Céline Zahn bei „Leader“ Organisation und Koordination zwischen den beteiligten Kommunen und dem Kreis. Die Rheinische Post schließlich vermittelte die Spende der Covestro AG.

„Wir können dadurch nun deutlich mehr Bänke aufstellen, als uns das sonst möglich gewesen wäre“, sagte Landrat Stephan Santelmann beim ersten Probesitzen. In Leichlingen sind insbesondere die Außenortschaften aufgerufen, die Stadtverwaltung anzusprechen und Vorschläge für weitere Mitfahrerbank-Standorte zu machen.

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