Urteil : Zwei Jahre und sechs Monate wegen Vergewaltigung

Am 24. März 2017 soll ein Leichlinger auf dem Bahnhof-Parkplatz eine 24-Jährige im Auto vergewaltigt haben. Zuvor hatte der 28-Jährige sein Opfer, seine Ex-Freundin, geschlagen. Am Amtsgericht Opladen wurde der Angeklagte am Montag zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Er wird wohl in Berufung gehen.

Die Verhandlung war Schlusspunkt eines langen Beziehungsstreits, der von gegenseitigen Anzeigen geprägt war. In vielen Verhandlungen hatten Gerichte das vermeintliche Opfer für nicht glaubwürdig gehalten – nun kam es anders. Sowohl Staatsanwalt als auch Gericht befanden die junge Frau für glaubhaft. Demnach hatte der Verurteilte an jenem Abend gegen 23.20 Uhr sein Opfer dazu gebracht, den Wagen auf dem Parkplatz am Bahnhof Leichlingen anzuhalten. Wenige Tage zuvor hatte sich die Frau von ihm getrennt – eine Trennung, die keine war. Schließlich befand sich der Mann ständig in der Nähe der 24-Jährigen – dazu gehörte auch die elterliche Wohnung. Als ihr dessen Anwesenheit zu viel wurde, sei sie für ein paar Stunden im Auto nach Düsseldorf gefahren. Während ihrer Abwesenheit habe sich der Mann betrunken und sie oftmals kontaktieren wollen. Schlussendlich habe sie sich bereit erklärt, ihren Ex-Freund heimzufahren. Am Bahnhof habe er sie geschlagen und nach einem Liebhaber befragt. Zudem habe er ihre Unterwäsche auf Spermaspuren untersuchen wollen – das gelang mit Gewaltanwendung. Als er glaubte, das Ejakulat gefunden zu haben, setzte er sich auf die Frau, zog ihr die Hose herunter und drang bis zum Höhepunkt in sie ein.

„Ich werde ja jetzt fühlen, ob du mit einem anderen geschlafen hast“, soll er laut Opfer gesagt haben. Die Frau wehrte sich nicht, weinte aber, betete und schrie, berichtete sie den Tränen nahe. Nach dem Akt hatten sie gemeinsam den Heimweg angetreten. „Das muss man sich mal vorstellen: Ich machte ihm am Morgen danach Frühstück“, so die 24-Jährige. Sie wohnt in Wuppertal. Erst tags darauf auf der Arbeit habe sie ihr Schweigen gebrochen. Erst fünf Tage später sei sie zur Polizei gegangen. „Darauf musste ich ja erst mal klarkommen“, erklärte sie.

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Die Verteidigung pochte auf genaue Zeitangaben – die sie allerdings nicht bekam. Grundlage für die Skepsis ist die Vorgeschichte des Paars, das sich oft gegenseitig verschiedenster Taten  beschuldigte. IMeist ging es um zwei Hunde, die der Mann mit sich genommen habe. Eine SMS, die die Frau geschrieben haben soll, ließ auf eine Lüge schließen. Darin forderte sie ihre Hunde, „sonst wirst du sehen“. Das Gericht befand die Aussage der Frau dennoch für glaubwürdig. Der Beschuldigte hatte sich nicht äußern wollen.