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Leichlingen: Wupperkanu nimmt nach Corona-Pause Betrieb wieder auf

Corona-Krise : Mit Mindestabstand auf der Wupper paddeln

Rund sechs Wochen ruhte der Betrieb bei Wupperkanu. Nun kann es unter strengen Auflagen wieder losgehen. Die Regeln sehen unter anderem vor, dass nur noch maximal zwei Personen in einem Boot sein dürfen.

Reichlich Sonnenschein, milde Temperaturen – von der dem April nachgesagten Launenhaftigkeit war diesmal nicht viel zu spüren. „Der Monat war eigentlich prädestiniert für Spitzenumsätze“, sagt Janis Hackbarth, Angestellter bei „Wupperkanu“. Seit 20 Jahren gibt es den Betrieb, der unter anderem Paddeltouren auf der Wupper anbietet, dem „schönsten Fluss Nordrhein-Westfalens“, wie es auf der hauseigenen Internetseite heißt. „Seit unserer Gründung wachsen wir kontinuierlich und richten unsere Angebote an der steigenden Nachfrage aus“, sagt der 30-Jährige. Doch Corona habe der bislang positiven Entwicklung einen herben Dämpfer verpasst.

Seit Mitte März die Kontaktverbote in Kraft traten, ruhte der Betrieb. Knapp sechs Wochen später kann es jetzt nach Absprache mit Bezirksregierung und städtischem Ordnungsamt weitergehen – unter strengen Auflagen. „Wir haben ein Konzept entwickelt, mit dem wir weitermachen können, aber natürlich nur mit angezogener Handbremse.“ Die Regeln sehen unter anderem vor, dass nur noch maximal zwei Personen in einem Boot sein dürfen. Das vorausfahrende Begleitboot – „Die Wupper ist nicht ganz einfach“, so Hackbarth – sowie die mitpaddelnde Nachhut, die unter anderem Hilfestellung nach erwartbarem Kentern unerfahrener Kanuten gibt, müssen drei bis vier Bootslängen Abstand halten. Das entspricht etwa den behördlich geforderten zwei Metern. Hinzu kommen strengere Hygienevorschriften.

Die Wupper ist ein Erlebnis findet Janis Hackbarth – auch wenn die Corona-Schutzregeln das Befahren mit Booten nur unter bestimmten Bedingungen erlauben. Foto: RP/Privat

„Wir haben die Abläufe entzerrt“, erklärt der 30-Jährige. Dazu gehört auch die Tatsache, dass größere Gruppen vorerst nicht mehr für Bootstouren zugelassen sind. Betriebsausfüge, Schulklassenausflüge oder Junggesellenabschiede gehören somit während der Pandemie nicht mehr zum Repertoire des Anbieters. Stattdessen gilt auch hier die Regel, dass nur Personen, die zu einem Hausstand gehören, gemeinsam paddeln – mit anderen Worten: im gleichen Boot sitzen – dürfen.

Hackbarth zufolge hat das drastische Folgen für das Geschäft mit drei festen Angestellten und dutzenden Saisonarbeitern. Die eigentlich hervorragenden Aussichten auf das Jahr 2020 haben sich deutlich eingetrübt. Es hagelt bereits jetzt Stornierungen für Juni und Juli, obwohl noch nicht absehbar ist, wie sich die Lage bis dahin entwickelt. „Dabei hatten wir eigentlich einen fantastischen Start ins Jahr. Doch jetzt gibt es viele Unsicherheiten.“ Zwei, drei Monate seien aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre mit Reserven überbrückbar. Danach bliebe nur der Gang zur Bank, um mit Krediten den jahrelang aufgebauten Betrieb aufrechterhalten zu können.

Nicht nur deswegen ist der Lehramts-Student und leidenschaftiche Kanut froh, dass es – wenn auch sachte – wieder losgehen kann. „Wir sind ein absolutes Saisongeschäft und dazu noch sehr wetterabhängig“, sagt Hackbarth mit Blick auf den umsätzträchtigen Zeitraum von April bis Oktober, „aber wir haben uns damit arrangiert, dass in diesem Jahr alles etwas anders läuft“. Es sei in diesen krisengeplagten Zeiten aber wichtig, dass Freizeitabgebote schrittweise wieder hochgefahren würden. „Die Menschen sehnen sich nach frischer Luft, Bewegung – und vor allem: Erleben.“