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Leichlingen: Wirtschaftsgremium will mehr bewirken

Unternehmer in Leichlingen : Wirtschaftsgremium plant Neustart

In Leichlingen stünden Wirtschaft und Unternehmer nicht im Fokus, kritisiert die Vereinigung. Sie will nun dazu beitragen, dass das anders wird.

Was nutzt die IHK ihren Pflichtmitgliedern? Mit dem Anspruch, den Mehrwert der Industrie- und Handelskammer zu Köln spürbar zu machen, ist der neue Vorstand des Wirtschaftsgremiums Leichlingen vor gut einem Jahr gestartet. In dieser Woche feierte er das 40-jährige Bestehen der lokalen Interessenvertretung und versprach konkrete Vorteile für die hiesigen IHK-Mitglieder.

„Wir sind angetreten, um dem Wirtschaftsgremium neues Leben einzuhauchen. 20 Jahre hat es eigentlich nicht sehr viel erreicht“, sagte der Vorsitzende Jens Putzier bei der Jubiläumsfeier in Schloss Eicherhof. In Leichlingen stünden Wirtschaft und Unternehmer nach wie vor nicht sonderlich im Fokus, als Unternehmer fühle man sich von Politik und Stadtverwaltung oft allein gelassen.

Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Wolfgang Straßer und Joachim Feuchter will Putzier deshalb mehr Unternehmer in Leichlingen kennenlernen und in einem Netzwerk zusammenbringen. Immerhin gibt es vor Ort über 1000 IHK-Mitglieder. „Wir möchten den Dialog intensivieren, um die konkreten Bedürfnisse der Unternehmer zu erfahren. Außerdem wollen wir natürlich neue Mitglieder gewinnen“, betonte Putzier. Derzeit gehören dem Gremium 30 örtliche Gewerbetreibende an.

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Mit dem Bewusstsein über die Wünsche und Bedürfnisse der Wirtschaft wolle man in engeren Kontakt mit Vertretern der Politik und der Stadtverwaltung treten und an der Umsetzung arbeiten. Als Themen nannte er beispielsweise Unterstützung bei der Digitalisierung. Workshops soll es dazu geben.

Mehrwert? „Die Teilnehmer sollen daraus mitnehmen, welche konkreten Schritte zur Digitalisierung sie gehen können.“ Denkbar, so Putzier, sei beispielsweise Hilfe bei der Umsetzung von Online-Shops für Händler oder bei der Digitalisierung von Unternehmensprozessen für das Homeoffice.

Rückendeckung dürften Putzier, Straßer und Feuchter dafür von Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln, bekommen. Die Mitinitiatorin der Initiative „New Kammer“, die sich für Reformen in der über 200 Jahre alten Industrie- und Handelskammer einsetzt, steht seit ihrer Wahl im vergangenen Jahr unter anderem für mehr Transparenz und schnellere Digitalisierung. Sie betonte bei ihrem Besuch der Jubiläumsveranstaltung: „Die Unternehmen sind heute anspruchsvoller, wollen den konkreten Nutzen ihrer IHK-Mitgliedschaft sehen. Wir verstehen uns deshalb als Sparringpartner für Politik und Verwaltung.“

Die Anfänge des Wirtschaftsgremiums Leichlingen gehen auf das Jahr 1981 zurück und sind eng mit dem Namen Hans Ludwig Platthaus verbunden. Er war über 20 Jahre der Vorsitzende. Jährlich zweimal treffen sich die Mitglieder. „Grundsätzliches Ziel des Wirtschaftsgremiums ist es, langfristig unternehmerische Kompetenz in die Entwicklung der Städte und Gemeinden einzubringen“, heißt es in der Satzung der lokalen IHK-Wirtschaftsgremien. Das Gremium habe die Aufgabe, an der Lösung lokaler Probleme mit wirtschaftlicher Bedeutung mitzuarbeiten. Die Geschäftsführung liegt bei der IHK, der Bürgermeister ist ständiger Gast im Wirtschaftsgremium.