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Leichlingen „Wasser aus Starkregen gegen Hitze und Dürre nutzen“

Klimawandel bei den Technischen Betrieben Leichlingen : „Wasser aus Starkregen gegen Hitze und Dürre nutzen“

Tycho Kopperschmidt tritt am 1. September die Nachfolge von Lars Helmerichs als Leiter der Technischen Betriebe Leichlingen an. „Mich reizt es, in Leichlingen Prozesse anzustoßen, um dem Klimawandel begegnen zu können“, erklärt der 47-Jährige. Am Donnerstag stellte er sich den Mitgliedern des Leichlinger Infrastruktur-, Verkehrs- und Betriebsausschusses (IVB) vor.

Wenn Tycho Kopperschmidt von Starkregen und dem Beheben überfluteter Straßen redet, gerät er ins Schwärmen. „Vor einigen Jahren wollte man solches Wasser möglichst schnell wieder aus einer Stadt hinausleiten“, berichtet der 47-jährige Bauingenieur. „Angesichts zunehmender Trockenphasen und Hitzeperioden überlegt man heute hingegen, wie man Wasser aus starken Regenfällen nutzbringend einsetzen und in Grünflächen leiten kann, um Dürrephasen etwas abzumildern.“ Auf Paradebeispiele weist er am Leichlinger Wupperbogen hin, wo Regenwasser nicht in Gullys, sondern durch kleine Rinnen in Baumscheiben abgeleitet wird.

Kopperschmidt tritt am 1. September die Nachfolge von Lars Helmerichs (der zum Rheinisch-Bergischen Kreis gewechselt ist) als Leiter der Technischen Betriebe Leichlingen an. Zu diesen gehören der Abwasserbetrieb, das Tiefbauamt sowie der Bauhof. Bis dahin arbeitet der Vater von einem Mädchen und zwei Jungen (16, 14 und acht Jahre alt) als Sachgebietsleiter bei den Technischen Betrieben Solingen. Dort ist er seit 17 Jahren tätig. Am Donnerstag stellte er sich den Mitgliedern des Leichlinger Infrastruktur-, Verkehrs- und Betriebsausschusses (IVB) vor.

Die Blütenstadt kennt Tycho (ausgesprochen: Tücho) Kopperschmidt sehr gut. Mit seiner Familie lebt er seit 2006 in Leichlingen, hier gingen seine Kinder in den Kindergarten, nun zur Schule. „Mich reizt es, in Leichlingen Prozesse anzustoßen, um dem Klimawandel begegnen zu können“, erklärt der 47-Jährige. Maßnahmen wie Straßenplanung, Dachbegrünung und Beschattung ließen sich zwar nur in kleinen Schritten umsetzen, seien aber dringend nötig. „Dass die Fachbereiche Straßen, Grün und Wasser in Leichlingen seit diesem Jahr unter einer Leitung sind, ist für die Klimaanpassung sehr sinnvoll.“ In Solingen seien die Prozesse für die Umgestaltung – wie in allen größeren Städten – sehr umständlich.

Kopperschmidt, dessen Vorname auf die griechische Glücks- und Zufallsgöttin Tyche zurückgeht, hat sich in der Blütenstadt gegen sieben weitere Bewerber durchgesetzt. Künftig wird er rund 40 Mitarbeiter unter sich haben. Bürgermeister Frank Steffes ist zuversichtlich, dass der 47-Jährige die richtige Wahl war. „Er hat viele innovative Ideen“, lobt das Stadtoberhaupt. Die seien nötig, um dem Klimawandel zu begegnen. Zu diesem Zweck wolle die Verwaltung in Kürze auch noch einen eigenen Klimaschutzmanager einstellen. Die Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis klappe zwar gut, „Aber es schön, auch jemanden vor Ort zu haben“, sagt Steffes.