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Leichlingen Volkshochschule will wieder Unterricht vor Ort anbieten

Volkshochschule Bergisches Land : Online-Lernen sorgt für Schub

Das Internet kann das Lernen bei der VHS von Angesicht zu Angesicht nicht ersetzen. Wie sich die Finanzlage zum nächsten Haushalt entwickelt, kann nicht abgesehen werden. VHS-Leiter Miesen befürchtet, dass Kurse auf die Sparliste für Teilnehmern kommen.

Die derzeitige Corona-Pandemie hat den Volkshochschul-Verband Bergisch Land, der in Burscheid, Wermelskirchen und Leichlingen Kurse anbietet, hart getroffen. Insgesamt 40.000 Euro an Anmeldegeldern mussten an die Teilnehmer zurückerstattet werden. Dies war auch Thema auf der VHS-Verbandsversammlung in der Grundschule Flamerscheid in Witzhelden. Nun aber gibt es wieder Lichtblicke: Kurse können unter den gängigen Auflagen anrollen oder ohnehin online fortgeführt werden. Das Herbstsemester startet mit 30 Kursen weniger als im Vorjahr.

Der aktuelle Trend, viele Treffen und den Unterricht unkompliziert und schnell über das Internet abzuwickeln, beschäftigte die Volkshochschule lange. Und geht es nach Klaus-Jürgen Miesen, dem Leiter der VHS, wird es das auch noch länger tun. „Das Online-Lernen hat einen kräftigen Schub erfahren“, sagte er auf der Verbandsversammlung. „Es ist nicht zu erwarten, dass diese Strömungen abflachen.“

Allerdings sei der Verband hier noch nicht gut genug aufgestellt, wie Stellvertreterin Marjanne Meeuswen den Vertretern der Städte erläuterte. Zwar hätten die Kursleiter – vor allem für Sprachen – die Plattform des Deutschen Volkshochschulverbands genutzt. Der Unterricht aber erfolgte hauptsächlich schriftlich. Gefördert wurde diese Art des Lernens durch Bundesmittel. Daher, so berichtete VHS-Abteilungsleiterin Daniela Potou, wurden regelmäßig Screenshots als Arbeitsnachweise angefertigt.

Doch wenngleich das Internet neue Kursmöglichkeiten für die Volkshochschule eröffnete, dabei waren sich die Verbandsvertreter einig, ersetze es nicht den Unterricht von Angesicht zu Angesicht. Unter den gängigen Auflagen kann dieser nun bald wieder durchgeführt werden.

Im Herbstsemester, das seinen Schatten voraus wirft, wird es derweil 30 Kurse weniger geben als im Vorjahr. 16 von 18 Deutschkursen werden sich bis ins nächste Jahr ziehen, acht abgebrochene sollen fortgesetzt werden.

Als Unbekannte sieht Miesen die Finanzlage für den nächsten Haushalt, der im Herbst aufgestellt wird. „Wir wissen nicht, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt und wie sich das dann auf die Teilnehmerzahl auswirkt.“  Auch rechnet er damit, dass viele, die die Angebote der Volkshochschule nutzen, mit weniger Einkommen auskommen müssen. „Auch das müssen wir im Blick behalten, und dann könnten VHS-Kurse auf der Sparliste stehen.“