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Leichlingen und Rheinisch-Bergischer Kreis entwickeln sich verschieden

Verkehrsstatistik 2021 : Jung und alt – zwei Problemgruppen bei Unfällen

Die Polizei hat mit Landrat Stephan Santelmann die Verkehrsunfallstatistik 2021 für den Kreis präsentiert. Auffällig: Leichlingen weicht in einigen zentralen Zahlen vom Trend in Rhein-Berg ab. Trainings sollen die Verkehrsteilnehmer sicherer machen.

Die besseren Nachrichten vorne weg: Im vergangenen Jahr sind nur 45 Jugendliche im Straßenverkehr im Rheinisch-Bergischen Kreis verunglückt. Das ist rund ein Drittel weniger als 2020. Fünf Unfälle in dieser Altersklasse passierten in Leichlingen, das sind allerdings genauso viele wie im Jahr davor. Die Zahl verunglückter Kinder ist im Kreis leicht gestiegen, in Leichlingen aber konstant geblieben.

Verkehrsunfälle mit Verletzten in Rhein-Berg sanken mit 800 Fällen auf einen Tiefststand. Dieser günstige Trend galt wiederum nur für den Kreis insgesamt: In der Blütenstadt stieg die Zahl von 60 in 2020 auf 65 in 2021 sogar noch einmal. Besonders bedenkliche Entwicklung: Mehr Menschen haben 2021 Unfallflucht begangen. Die Polizei will die Hauptunfallursachen Abstand und Geschwindigkeit nun weiter bekämpfen und bei Kontrollen und Prävention nicht nachlassen, betonten Stephan Santelmann  und Thomas Schliwitzki, Leiter Verkehrdienst, bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2021.

Tödliche Unfälle haben sich im Stadtgebiet im letzten Jahr nicht ereignet, allerdings gab es 14 Schwer- und 61 Leichtverletzte. Den größten Anteil daran hatten Erwachsene vor Senioren, jungen Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Dabei liegt der Anteil der Autounfälle mit 38 Prozent vor dem mit dem „normalen“ Fahrrad (25%).

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Im Kreis zählt die Polizei junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren - gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung - zu den Problemgruppen: Sie sind extrem häufig an Verkehrsunfällen mit Verunglückten beteiligt und führen die Gruppe der Verletzten an. Doch auch hier gibt es positive Signale: „Die Zahlen sind rückläufig, und durch Maßnahmen wie „begleitetes Fahren“ oder Projekte wie „Jung/Sicher/Mobil“ und den Crash-Kurs in den weiterführenden Schulen und Berufsschulen wird diese Altersgruppe besonders in den Fokus der Präventionsprogramme genommen“, betonte Schliwitzki. In 2022 sollen sie fortgeführt werden.

Zweite „Problemgruppe“ im Straßenverkehr sind im Kreis die Senioren. 182 Menschen diesen Alters verunglückten in 2021, so viele wie in den letzten sechs Jahren nicht mehr. Leichlingen steht besser da: Mit einem Wert von 177 erreicht die Verunglücktenhäufigkeit bei Senioren (absolut: 12) in der Blütenstadt den zweitniedrigsten Wert nach Kürten im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Ungenügender Abstand und Fehler beim Rückwärtsfahren und Wenden führten zu 57 Prozent der Unfälle älterer Menschen. Außerdem sind sie offenbar als Pedelec-Fahrer besonders gefährdet: Sie unterschätzen laut Polizei häufig deren Geschwindigkeit. Häufigste Unfallursache ist daher das nicht angepasste Tempo. In Leichlingen sind im vergangenen Jahr nur drei motorisierte Fahrradfahrer verunglückt, was einem Anteil von vier Prozent aller Verkehrsunfälle entspricht. Wer sich auf dem Pedelec künftig sicherer fühlen möchte, kann im Mai an Kursen der Stadt Bergisch Gladbach für diese Altersgruppe teilnehmen. Im Rahmen der Fahrradausbildung an Schulen werden weiterhin sowohl Kinder auf Pedelecs als auch auf „normalen“ Fahrrädern für den Straßenverkehr fit gemacht.

Auffällig bei den E-Bike-Fahrern: Bereits seit 2020 ist die zweithäufigste Ursache für schwere Verkehrsunfälle (nach dem Fehler beim Abbiegen) laut Polizei die „verbotswidrige Benutzung der Fahrbahn oder anderer Straßenteile, zum Beispiel Gehweg und Radweg“. Das habe bei Pedelecfahrern immer wieder für Verletzungen gesorgt.