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Leichlingen: Tafel packt trotz Corona Weihnachtstüten

Aktion für bedürftige Familien : Tafel packt trotz Corona Weihnachtstüten

Die Organisatoren haben alles geplant, damit bedürftige Familien auch in diesem Jahr etwas Besonderes an den Feiertagen essen können. Spender müssen diesmal aber keine Pakete selbst packen. Statt dessen packt das Tafel-Team Tüten.

Die Ehrenamtlichen der Leichlinger Tafel werden auch in diesem Jahr Weihnachtstüten an ihre Kunden – Menschen mit geringem Einkommen – verschenken, damit sie an den Weihnachtstagen etwas Besonderes zu essen haben. Damit setzt der mildtätige Verein eine lange Tradition in der Blütenstadt trotz Corona-Pandemie fort. In anderen Städten wie Leverkusen haben die Tafel-Verantwortlichen die Paketaktion wegen der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln bereits abgesagt. „Wir werden es so organisieren, dass wir die Tüten unseren Kunden vor der Tür geben“, erläuterte die Leichlinger Tafel-Vorsitzende, Helga Paul, gestern den Plan. Am letzten Ausgabetag des Vereins vor Weihnachten (Montag, 21. Dezember) erhalten die Besucher nach dem Einkauf ihr Geschenk.

Hier allerdings gehen auch die Leichlinger neue Wege: Sie haben große weiße Kunststofftaschen angeschafft, in die sie für alle gleich haltbare Lebensmittel und ein paar Weihnachtsleckereien stecken wollen. „Das ist für alle gerecht“, erklärt die Ehrenvorsitzende Hannelore Kretzer die Veränderung. Wer der Tafel Lebensmittel für die Weihnachtsaktion zur Verfügung stellt, muss also nicht mehr wie früher selbst packen.

„Indem wir die Tüten packen, stellen wir sicher, dass jeder Kunde tolle Ware für die Weihnachtstage bekommt“, sagen die Weihnachtstaschen-Packerinnen Claudia Müller und Judith Schewior. Denn Einzelne hätten die vergangenen Jahre die Spende an die Tafel dazu genutzt, eigenen alten Kram loszuwerden.

„Aktuell suchen wir aber noch Spender, um die Taschen überhaupt füllen zu können“, sagt Helga Paul. Gebraucht werden haltbare Lebensmittel wie Konserven, Mehl, Zucker, Honig, schwarzer Tee, Geflügelwürstchen, Weihnachtsgebäck, Süßigkeiten oder Schokolade. Auf Spielzeug oder Bücher wollen die Ehrenamtler in diesem Jahr verzichten, weil das in der Vergangenheit nicht so gut angenommen wurde.

Wer der Tafel Lebensmittel für die Weihnachtstaschen spenden möchte, kann sie vom 30. November bis zum 14. Dezember jeweils montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr bei der Tafel an der Moltkestraße 25 abgeben.

Aktuell zählt der Verein 50 bis 60 Haushalte mit geringem Einkommen zu seinen regelmäßigen Abnehmern – weniger als in der jüngeren Vergangenheit. „Viele der Flüchtlinge, die uns in den letzten Jahren besucht haben, gehen mittlerweile arbeiten und benötigen unsere Hilfe nicht mehr“, sagt Paul.

An anderer Stelle nimmt die Kundenzahl indes erkennbar zu: Menschen mit Mini- oder Aushilfsjobs, die in der Corona-Pandemie gestrichen wurden, kommen jetzt häufiger zur Tafel, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen.